Mit Tabbt macht Geld ausgeben Spaß

’Bei Geld fängt die Freundschaft an’ ist das Motto des Fintech-Startups Tabbt, und damit bringt es einen ganz anderen Aspekt ins Bankgeschäft. Eine coole, lockere Idee, mit der Zahlungen mehr als nur Geldtransfers sind, nämlich gemeinsam erlebte Ereignisse, wie Reisen oder auch nur eine Taxifahrt mit Freunden! Mehr über die Hamburger Fintech-Szene und ihre Startups könnt ihr in unserem Fintech Dossier nachlesen. Die beiden Gründer Jan Michaelis und Lucas Romero haben mit uns über ihre Gedanken hinter dem Startup gesprochen.

 

In Deutschland wird üblicherweise das Tabuthema ‚Geld‘ nie wirklich öffentlich besprochen. Ihr brecht mit eurer App Tabbt die Konventionen und lasst es zu einem gemeinsamen Erlebnis werden. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Ganz einfach: Tabbt wird gebraucht. Von uns selbst und von allen, die gerne mit Freunden verreisen oder ab und an gemeinsam ins Kino oder Restaurant gehen. Von allen, die gemeinsam einen Haushalt führen – das sind in Deutschland rund 40 Millionen Menschen und bei weitem nicht alle sind verheiratete Paare mit gemeinsamen Konten. Unser Angebot richtet sich an alle Menschen, die Geld gemeinsam ausgeben. Und dies wird in Zukunft immer digitaler werden.

Die Tabbt Gründer Jan Michaelis und Lucas Romero. (Bild: Tabbt)

Die Tabbt Gründer Jan Michaelis und Lucas Romero. (Bild: Tabbt)

Tabbt verspricht als erster Payment-Anbieter die End-to-End Verschlüsselung. Was bedeutet das für den Nutzer und warum habt ihr es entwickelt?

Durch die NSA-Affäre hat das Thema Datensicherheit einen ganz neuen Stellenwert in Deutschland und anderen Ländern erhalten. Die großen Messenger-Dienste, wie WhatsApp haben darauf reagiert und Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen eingeführt.

Immer wieder kommt es bei unterschiedlichen Dienstleistern zu großen Datenpannen, bei denen etliche sensible Payment-Daten gestohlen werden. Grundursache für solche Datenverluste sind die Speicherung dieser Daten bei Drittanbietern. Die logische Konsequenz daraus ist ein System, mit dem man Transaktionen vollziehen kann, ohne dass diese Daten gespeichert werden bzw. ohne dass das System auf diese Daten Zugriff hat. Dies haben wir bei Tabbt durch den Einsatz von Ende-zu-Ende Verschlüsselung gelöst.

Das einzigartige Sicherheitskonzept von Tabbt basiert auf dem “Zero-Knowledge” Gedankenkonstrukt von Edward Snowden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass unsere Nutzer Geld von Bankkonto zu Bankkonto schicken können, ohne dass wir als Unternehmen sensible Bankdaten, wie IBAN, PIN oder TANs einsehen können. Tabbt ist weltweit der erste Anbieter im Payment-Bereich, der dieses “Zero-Knowledge” Konzept konsequent durchgesetzt hat. Damit haben wir uns bei der Produktentwicklung vor allem den besonderen Bedingungen des deutschen Marktes angepasst, bei dem Datensicherheit wie in kaum einem anderen Markt ein entscheidendes Erfolgskriterium für FinTechs und Bankprodukte ist.

 

Durch die Funktion ’Zahlungen aufteilen’ ist Tabbt einen großen Schritt weitergegangen, denn man kann in eurer App auch als Gruppe Geld überweisen – und das in seinem Newsfeed teilen! Wie genau könnt ihr dabei trotzdem die Sicherheit der Kunden gewährleisten?

Die Newsfeed Funktion basiert auf unserem Ansatz, Payments mit Erlebnissen zu verbinden, also dass Geld auch Spaß machen darf. Im Newsfeed kann man einstellen, wer aus dem eigenen Netzwerk eine Sichtbarkeit für welche Transaktion erhält. Beträge sind dabei nie einsehbar, es steht das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund.

Für Überweisungen gelten höchste Sicherheitsansprüche: Die sensiblen Bankdaten werden immer Peer-to-Peer, also direkt zwischen zwei Personen und verschlüsselt ausgetauscht und sind somit niemals für Tabbt oder Dritte einsehbar.

 

Was meint ihr, stellt Tabbt eher eine Konkurrenz oder Ergänzung zu den normalen Bank-Applikationen dar?

Wir sehen Tabbt als “Upgrade” für das bestehende Bankkonto. Die Anwendungsfälle, für die normale Banking-Apps gebaut werden, entsprechen nicht dem, wofür Tabbt als soziales Netzwerk für Finanzen steht. Deshalb füllt Tabbt eine Lücke, anstatt in Konkurrenz mit den normalen Bank-Applikationen zu stehen.

Tabbt ist ein Alltagsbegleiter, der mehr bietet als bloße Zahlungen: automatische Verrechnung, Statistiken und das Aufteilen von Zahlungen sind Dinge, die weit über den Funktionsumfang einer reinen “Geld-Sende-App” hinausgehen.

Die Tabbt-App gibt euch Bescheid, sobald auf eurem Konto etwas passiert. (Bild: Tabbt)

Die Tabbt-App gibt euch Bescheid, sobald auf eurem Konto etwas passiert. (Bild: Tabbt)

Habt ihr bereits Banken als Partner, bzw. verfolgt ihr die Idee Banken als Partner zu gewinnen?

Tabbt ist ein eigenes, unabhängiges Zahlungssystem, das nahezu alle Banken unterstützt. Als Fintech befinden wir uns im ständigen Austausch mit Banken. Generell ist Tabbt als offenes System konzipiert, bei dem jede Bank angeschlossen werden kann. Grundsätzlich stehen wir Partnerschaften mit Finanzinstituten offen gegenüber.

 

Da eure App kostenlos für Android und iPhone ist, interessiert uns natürlich euer Geschäftsmodell. Wie verdient ihr Geld?

Unser Fokus liegt zunächst auf der Produktqualität und auf Nutzerwachstum. Tabbt bleibt so wie es jetzt ist für unsere Kunden auch in Zukunft kostenlos. Unabhängig davon haben wir unterschiedliche Geschäftsmodelle entwickelt, die wir zum gegebenen Zeitpunkt bekannt geben werden.

 

Was habt ihr als weitere Meilensteine für das nächste Jahr auf dem Zettel?

Wir wollen eine noch stärkere Sichtbarkeit im Markt, die Anzahl der Nutzer der App vervielfachen und mit Tabbt die einfachste und sicherste Lösung für Zahlungen unter Menschen bieten.

 

Gibt es bestimmte Herausforderungen, die euch zu schaffen machen?

Der Weg zur eigenen Payment-Lösung ist nicht ganz einfach. Wer in Deutschland Finanzdienstleistungen anbieten will, der benötigt in der Regel eine Banklizenz. Doch als Startup ist es alles andere als leicht, diese zu beantragen. Also mussten wir alternative Wege finden. Die Lösung: Wir haben das Zahlungssystem, das wir benötigen, einfach selber programmiert und dabei auf genau die Dinge geachtet, die uns wichtig sind: Einfache Bedienung, maximaler Datenschutz, schnelle Überweisungen.

Die Newsfeed-Funktion zeigt euch, was bei euren Freunden los ist, z.B. wer wem einen Burrito ausgegeben hat! (Bild: Tabbt)

Die Newsfeed-Funktion zeigt euch, was bei euren Freunden los ist, z.B. wer wem einen Burrito ausgegeben hat! (Bild: Tabbt)

Als Fintech in Hamburg ist es nicht leicht sich durchzusetzen, denn es gibt viele Startups mit tollen Ideen. Habt ihr Tipps für angehende Startups in der Branche?

Glaubt an eure Idee und kämpft für sie. Seid bereit, euch immer wieder zu hinterfragen und das Produkt zu challengen. Erfolg basiert neben einer sehr guten Idee und einem sehr guten Team auch auf dem eigenen Durchhaltevermögen.

 

Danke für das Gespräch!

 

Tabbt im Hamburg Startup Monitor

 

 

Tabbt ist eine App für das Finanzmanagement unter Freunden und der einfachste Weg, um alltägliche Kosten zu teilen und Geld zurückzuzahlen.

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  1. […] Spot on: Hamburg Startups: Vor einem Jahr gestartet, ist Vinoa mittlerweile die größte Suchmaschine für Weine in Deutschland. Über 100.000 Weine sind dort versammelt, über 20 Filterkriterien erleichtern die Suche. – ophoria gibt individuelle Geschenktipps, im Blog und per App. Das Gründerduo will sich mit persönlicher Beratung von den Mitbewerbern absetzen. – Wer schon einmal mit Freunden essen gegangen ist, kennt das Problem: Wer bezahlt wieviel, und wer hat das passende Kleingeld? Mit der App von Tabbt soll die Rechnerei ein Ende haben. Die Idee: Bezahlen unter Freunden leicht gemacht und sicher verschlüsselt. vinoa, ohphoria, tabbt […]

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