Studie Next Generation: 2025 war ein Rekordjahr für Startup-Gründungen
Inflation, Rezession, Insolvenzen – in den Nachrichten aus dem Wirtschaftsessort dominieren solche Negativbegriffe viel zu oft die Schlagzeilen. Da kommt die jetzt vom Deutschen Startup-Verband und startupdetector veröffentliche Studie Next Generation gerade recht und sorgt für positive Abwechslung. Demnach wurden im Jahr 2025 nämlich so viele Startups gegründet wie noch nie. Wir haben uns die Zahlen genauer angeschaut.
Mit 3.568 neu gegründeten Startups wurde 2025 ein neuer Höchststand erreicht – ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2024 und sogar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Das zeigen die aktuellen Daten aus der Report-Reihe Next Generation. „Über 3.500 Gründungen, ein Drittel mehr als 2024 – das zeigt den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums“, kommentiert Dr. Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands. „Startups ziehen die deutsche Wirtschaft nach vorn, selbst in einem herausfordernden Umfeld. Hier entstehen die Unternehmen der Zukunft. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik und Wirtschaft konsequent auf Innovation und Wachstum setzen und diesem Gründungsgeist die richtigen Rahmenbedingungen geben.“

Bayern und München vorn, Hamburg im Mittelfeld
Die positive Entwicklung zeigt sich in fast allen Bundesländern. Besonders stark wachsen Bayern (+247 / +46 %), Nordrhein-Westfalen (+164 / +33 %) und Sachsen (+43 / +56 %). Hamburg platziert sich im Mittelfeld, erreicht mit 203 Gründungen (+ 42 / +26 %) aber auch ein erfreuliches Ergebnis. Führendes Startup-Bundesland ist Bayern mit 785 neuen Unternehmen. Und München bestätigt seinen Ruf als Deutschlands neue Startup-Metropole mit 19,3 Gründungen pro 100.000 Einwohnern vor Berlin mit 16,8. Hamburg belegt hier nur den elften Platz mit 10,9. Davor einordnen konnten sich vor allem Universitätsstädte wie Aachen, Heidelberg und Karslruhe, aber auch Köln und, etwas überraschend, Düsseldorf mit dem dritten Rang und einem Wert von 15,4.
Künstliche Intelligenz ist zentraler Wachstumstreiber
Der Software-Sektor verzeichnet mit Abstand den größten absoluten Anstieg und wächst von 618 Neugründungen 2024 auf 853 im Jahr 2025. Gleichzeitig gewinnen technologiegetriebene Branchen weiter an Bedeutung: 27 Prozent aller neu gegründeten Startups nutzen künstliche Intelligenz als wichtigen Bestandteil ihres Geschäftsmodells – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Besonders hoch ist der Anteil an KI-Startups in den Bereichen Werbung (56 %) und LegalTech (51 %).
Auch jenseits klassischer Tech-Segmente zeigt sich Aufbruchstimmung: Der Food Sektor wächst um 80 Prozent. Daneben kann Medizin deutlich zulegen (+46 %), auch hier zeigt sich das Potenzial von KI, etwa bei der Auswertung radiologischer Bilder, der Früherkennung von Krankheiten oder der automatisierten Dokumentation in Kliniken und Praxen zur Entlastung des medizinischen Personals.

„Die Rekordzahlen zeigen, welches Potenzial in Deutschland steckt“, so Dr. Kati Ernst. „Unsere exzellente Forschung spielt dabei eine Schlüsselrolle als Ausgangspunkt für Innovation und neue Startups. Wenn wir Gründungen aus der Wissenschaft erleichtern und Innovation priorisieren, kann das unserer Wirtschaft zusätzlichen Rückenwind geben. Aber: Wenn es um die Skalierung von Unternehmen geht, haben wir in Deutschland Schwächen. Das zeigt sich unter anderem in der Wachstumsfinanzierung. Hier müssen wir die Rahmenbedingungen spürbar und schnell verbessern.“
Über Next Generation
Next Generation liefert ein kontinuierliches Monitoring eines der zentralen Erfolgsindikatoren des deutschen Startup-Ökosystems. Grundlage sind die von startupdetector erfassten Handelsregisterdaten zu Startup-Neugründungen in Deutschland, die seit 2019 systematisch ausgewertet werden.








