Schon mehr als 3.000 neue Startups in 2026 – Hamburg gehört zu größten Gewinnern
Seit 2022 veröffentlich der Deutsche Startup-Verband zusammen mit startupdetector halbjährlich den Report „Next Generation“ über die Neugründungen von Startups, die Daten gehen bis in das Jahr 2019 zurück. Die neueste Ausgabe sorgt mit Rekordergebnissen für Aufsehen. Demnach erblickten im 1. Halbjahr 2026 genau 3.053 neue Startups das Licht der Welt. Besonders gut lief es in Hamburg, das in absoluten Zahlen sogar München überholte. Wir haben uns die Ergebnisse, auf die KI einen großen Einfluss hat, einmal genauer angeschaut.
Über 3.000 Neugründungen in einem Halbjahr bedeuten einen absoluten Höchstwert in der Geschichte von „Next Generation“. Der bisherige Rekord von 2.011 aus dem 2. Halbjahr 2025 wurde um satte 52 % überboten. Mindestens ebenso bemerkenswert: Nur zwei Kalenderjahre erreichten über die volle Distanz höhere Zahlen, nämlich 2025 (3.568) und 2021 (3.196). Und der Boom scheint seinen Höhepunkt noch gar nicht erreicht zu haben, wenn man den Juni 2026 als Indikator heranzieht. Der war mit 618 Gründungen der bisher ereignisreichste Monat überhaupt.
Wirtschaftliche Unsicherheit und KI als Gründungsbooster
Wie ist das möglich in Zeiten, in denen überall über eine kränkelnde Wirtschaft geklagt wird? Vielleicht liegt aber auch gerade hier eine der Ursachen. Bisher hielt das ausgeprägte Sicherheitsdenken in Deutschland viele vom mit Risiko behafteten Gründen ab. Inzwischen tun sich selbst Hochqualifizierte schwer, nach dem Studium einen angemessenen Job zu finden. Ein eigenes Unternehmen wird zunehmend zur attraktiven Alternative. Noch wichtiger ist aber offenbar der Siegeszug der künstlichen Intelligenz.

Sie identifiziert die Studie als zentralen Treiber des Booms. 1.038 der neu gegründeten Startups haben einen klaren KI-Bezug. Im gesamten Jahr 2025 waren es nur 979. Keine Überraschung, dass bei den Branchen „Software“ mit 844 Neugründungen klar vorn liegt und mit einem Plus von 79 % gegenüber dem 2.Halbjahr 2025 auch den zweitgrößten Zuwachs verzeichnet. Nur die Kategorie „Industrie“ wächst mit 125 % noch stärker, die 128 neuen Startups reichen allerdings nur für den sechsten Platz. Davor liegen noch „Medizin“ (274), „Food“ (181), „Medien“ (138) und „Bildung“ (136). Eine positive Tendenz haben sie alle gemeinsam.
Hamburg vor München? Ja, aber…
Das gilt auch für sämtliche 16 Bundesländer. Angeführt wird das Feld mal wieder von Bayern (626 Neugründungen, 48 % mehr als im 2. Halbjahr 2025), es folgen Nordrhein-Westfalen (539, +45 %) und Baden-Württemberg (377, +55 %). Als Gewinner des Halbjahres bezeichnet die Pressemitteilung zur Studie erfreulicherweise Hamburg: Die Gründungsaktivität in der Hansestadt wächst um 83 Prozent auf 212 neue Startups, und damit wird in absoluten Zahlen erstmals seit 2023 mehr in Hamburg als in München (208) gegründet. Berlin (429) bleibt zwar die klare Nummer eins unter den Städten, wächst mit 21 Prozent aber deutlich langsamer als der Rest der Republik.

Bei einer anderen Betrachtungsweise, nämlich der Zahl der Gründungen pro 100.000 Einwohner, liegt allerdings wieder München vorn. Auf den Zeitraum Juli 2025 bis Juni 2026 bezogen liegt der Wert bei 24,6. Berlin folgt mit 21,3, für Hamburg reicht es mit 17,6 zu Platz 6, hinter Düsseldorf, Aachen und Frankfurt am Main, das bei dieser Betrachtungsweise den größten Sprung gemacht hat, nämlich von 12 auf 5.
Der vollständige Report steht hier zum Download bereit.
Grafiken: Bundesverband Deutsche Startups







