Bei Bluttests fragen Sie Dr. MaxHealth!
Wenn man seriösen ärztlichen Rat sucht, sind Dr. Google und Dr. YouTube nicht unbedingt die beste Empfehlung. Anders verhält es sich bei Dr. MaxHealth. Dieses Startup möchte durch mithilfe künstlicher Intelligenz durchgeführter Analysen von Bluttests chronischen Erkrankungen vorbeugen. Erste Förderungen hat es dafür bereits erhalten.
Hinter Dr. MaxHealth steckt ein Duo aus der Ukraine
Wer ist Doktor Max? Die Frage lässt sich auf den ersten Blick recht eindeutig beantworten. Demnach handelt es sich dabei um Dr. Maksym Kitsera, einem ukrainischen Mikrobiologen, der zunächst in seinem Heimatland in Lviv und dann in Graz (Österreich) studiert hat. Seine Expertise in Sachen Tropenmedizin führte ihn 2022 zum Berhard-Nocht-Institut in Hamburg. Aber da steckt natürlich noch mehr hinter dem Namen Dr. MaxHealth, nämlich der Wunsch für maximale Gesundheit zu sorgen. Und Maksym ist auch nicht der alleinige Gründer des Startups; ebenso wichtig ist Kateryna Velychko.

Sie stammt ebenfalls aus der Ukraine, hat in der Hauptstadt Kyjiw ihren Bachelor of Arts gemacht und anschließen eine Online-Sprachschule für Deutsch gegründet. Sie und Maksym haben sich bereits 2017 in Graz kennengelernt. Die Idee, Dr. MaxHealth zu gründen, entstand auch durch Erfahrungen mit Krankheiten im persönlichen Umfeld. Ein Großteil der Todesfälle ist auf chronische Erkrankungen zurückzuführen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems. Die gute Nachricht: Viele davon lassen sich frühzeitig prognostizieren oder erkennen und damit erfolgreich behandeln.
KI ermöglich Prognosen für bis zu fünf Jahre
Bestens geeignet dafür sind Bluttests. Deren Auswertung übernehmen speziell dafür eingerichtete Labors, doch Ärztinnen und Ärzten fehl oft die Kapazität, die Ergebnisse richtig einzuordnen. Hier kommt Dr. MaxHealth ins Spiel. Das Startup verknüpft Patientendaten mit den Resultaten der Blutanalyse, bereitet das grafisch auf und gibt Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen. Die Prognose soll sich auf einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren erstrecken, demnach könnten ernste chronische Erkrankungen weit im Voraus verhindert werden. Selbstverständlich soll die Software ein medizinisches Fachurteil nicht ersetzen, sondern bei der Arbeit entlasten und eine Form der zweiten Meinung bieten.

Für die Seriosität der von Dr. MaxHealth gelieferten Analysen sorgen eine Reihe von umfangreichen Quellen, die unter anderem auf Artikel in Fachjournalen und Anleitungen für medizinische Behandlungen zurückgreifen. Auch Daten von Krankenhäusern fließen ein, die selbstverständlich anonymisiert sind. Da das Startup mit künstlicher Intelligenz arbeitet, wird die Software die Qualität und Ausführlichkeit ihrer Prognosen und Empfehlungen mit der Zeit weiter steigern können. Das Know-how in Sachen KI und Datenanalyse haben sich Maksym und Kateryna selbst beigebracht. Er kann ein IBM-Zertifikat als KI-Entwickler vorweisen, sie hat sich an der texanischen Rice University das erforderliche Grundwissen verschafft.
Gut vernetzt in der Hamburger Startup-Szene
So ist ihr im Mai 2025 gestartetes Unternehmen bisher ein Zwei-Personen-Projekt. Ganz auf fremde Hilfe müssen die beiden aber nicht verzichten. So konnte Dr. MaxHealth im August 2025 einen Platz im Next.Generation Inkubator des Körber Startup-Hubs ergattern. Mit seinem MedTech-Ansatz fällt das Startup ein wenig aus dem Rahmen, da das Programm in erster Linie Social Entrepreneurship fördert. Die Herausforderungen, denen sich Gründerinnen und Gründern stellen müssen, sind aber über alle Branchen hinweg sehr ähnlich. Das gilt auch für die Suche nach Finanzierungen. Die gerade veröffentlichte Aufnahme in das InnoFounder-Programm der IFB Innovationsstarter GmbH ist da ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Außerdem gab es bereits optimistisch stimmende Investorengespräche.

Auch einige Pilotprojekte laufen bereits an, sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine. Der Plan für die nächsten Monate sieht vor, weitere Fördermittel zu beantragen, die Software weiter zu verbessern und idealerweise bis Sommer 2027 die erforderlichen Zertifizierungen und Zulassungen für den offiziellen Launch zu erhalten. Vielleicht hatte Dr. MaxHealth bis dahin auch die Möglichkeit sein Team auszubauen. Bedarf besteht bei der Softwareentwicklung und im Vertrieb. Die Zielgruppe, Ärztinnen und Ärzte, ist über Werbung aller Art nur schwer zu erreichen, statt Onlinemarketing ist eher Klinkenputzen angesagt.
Außer für Dr. MaxHealth engagieren sich Kateryna und Maksym noch für die Startup-Szene in Hamburg. Die Hansestadt haben sie sich nicht zuletzt deshalb als Standort ausgesucht ist, weil das Ökosystem hier nicht so unüberschaubar ist wie beispielsweise in Berlin und leichter wertvolle Kontakte zu knüpfen sind. Dafür sorgen sie auch mit ihrem eigenen Netzwerk, Ukrainian Science & Tech Hamburg. Dort veranstalten sie regelmäßig Meetups zu aktuellen Tech-und Wissenschafts-Themen, nicht nur für die ukrainische Community – schaut da gerne mal vorbei!








