Qodia freut sich über 1,2 Millionen Euro
In Deutschland hat bekanntlich alles seine Ordnung. Deshalb gibt es unter anderem die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die allerdings ziemlich viel Arbeit macht. Diese mithilfe künstlicher Intelligenz wesentlich zu erleichtern hat sich das Startup Qodia als Ziel gesetzt. In einer Finanzierungsrunde hat es dafür jetzt 1,2 Millionen Euro erhalten.
In der Hamburger Startup-Szene erstmals in Erscheinung getreten ist Qodia beim AI.STARTUP.HUB als Mitglied im Winter Batch 2024/25. Damals als Teil des Ideation-Programms für neue und noch zu entwickelnde KI-Ideen. Und auch als das Startup im Sommer 2025 eine InnoFounder-Förderung von der IFB Innovationsstarter GmbH erhielt, war es zwar schon offiziell gegründet, aber längst noch nicht am Markt. Das geschah dann erst Ende des Jahres. Inzwischen hat Qodia insgesamt elf Großkunden gewonnen, davon acht in den Monaten Mai und Juni 2026. Im Juli pausierte das Team seine Vertriebsaktivitäten, weil die Nachfrage größer war als die Kapazitäten des jungen Unternehmens.
Insgesamt konnte Qodia bereits 1,6 Millionen Euro einsammeln
Bisheriger Höhepunkt der rasanten Entwicklung ist die aktuelle Finanzierungsrunde in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Investor ist einer der markführenden Finanzdienstleister im Gesundheitswesen, der nicht namentlich genannt werden möchte. Bereits 2025 hatte Qodia insgesamt 400.000 Euro einsammeln können. Gegründet haben das Startup Nicolas Riegger und Ole Reinpold, die die Business Unit der Geschäftsführung bilden, Stephan Lenert (Softwareentwicklung) und Lasse Reinpold (KI-Entwicklung). Das Team besteht zurzeit aus 14 Personen, die eine Mischung aus Software-Expertise und medizinischen Fachwissen mitbringen.

Qodias Vision ist nach eigener Angabe „die privatärztliche Abrechnung mit Hilfe von KI-Lösungen dramatisch zu optimieren und zu vereinfachen.“ Dreh- und Angelpunkt ist dabei die eingangs erwähnte GOÄ, ein umfangreiches Regelwerk, dass an vielen Stellen offen formuliert ist. Neben festen Vorschriften gibt es also Elemente, bei denen von Fall zu Fall unterschiedlich entschieden werden muss. Das kann Wochen dauern und ist gerade Zeiten des Fachkräftemangels mit dem Risiko von Fehlentscheidungen verbunden. KI kann den Prozess wesentlich beschleunigen und sicherer machen.
Zwei Lösungen hat Qodia bereits im Angebot, eine GOÄ Chat und eine Rechnungsprüfung. Ein drittes Produkt befindet sich in einer fortgeschrittenen Testphase mit Pilotkunden und soll Ende des Jahres veröffentlicht werden. Es geht dabei um die KI-gestützte Auswertung von medizinischen Behandlungsakten und die automatische Erstellung von Rechnungen. In dieser Lösung steckt besonders großes Wachstumspotenzial, um die bisherige Erfolgsgeschichte von Qodia um ein weiteres Kapitel zu erweitern.
Foto: Jakob Mewe


