7,3 Million Euro für smatch und seinen Mode-B2B-Marktplatz
Das Hamburger Startup smatch adressiert das Problem von Überbeständen in der Modebranche mit einer B2B-Plattform zur internationalen Vermarktung. In einer Seed-Finanzierungsrunde hat es jetzt 7,3 Millionen Euro eingesammelt.
Transition VC, 42Cap und 10x Founders führen die Runde an, mit der Branche bestens vertraute Business Angels wie Noel Kinder (SVP Sustainability bei lululemon und ehemaliger CSO bei Nike Inc.), Nigel Griffiths (ehemaliger SVP Global Sales bei Adidas) und Dr. Achim Berg (Gründer von FashionSIGHTS und ehemaliger Global Fashion Leader bei McKinsey & Company) sind ebenfalls beteiligt. Hinter dem 2023 gegründeten Startup smatch stecken die Gründer und Geschäftsführer Dr. Max Groberg, zuvor Verantwortlicher für die Umsatzplanung und -steuerung von About You, und Ex-McKinsey Berater Dr. Hans-Martin Vetter. Beide verbinden erfolgreiche Handelserfahrung mit technischer Expertise im Betrieb von B2B-Handelsplätzen.
Unverkaufte Ware ist ein wirtschaftliches und ökologisches Problem
Jedes Jahr erzeugt die europäische Modeindustrie rabattierte oder unverkaufte Warenbestände im Wert von mehr als 300 Milliarden Euro. Inflation und ein volatiles Konsumverhalten machen das Bestandsmanagement zu einem finanziellen und ökologischen Risiko. Schätzungen zufolge werden 4 bis 9 % aller Textilprodukte noch vor dem Gebrauch vernichtet. Allein in Europa entspricht dies jährlich zwischen 264.000 und 594.000 Tonnen Textilien. Da diese häufig Kunststoffe enthalten, stellt das auch eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Marken haben versucht, die Entstehung unverkaufter Bestände durch bessere Nachfrageprognosen und agilere Produktion zu verhindern. Zudem versuchten sie, bereits produzierte Überschüsse durch Rabatte und Outlet-Partnerschaften zu bewältigen.

Doch beide Ansätze haben sich, angesichts des Ausmaßes des Problems, als ineffektiv erwiesen. Analysen aus smatch-eigenen Marktdaten zeigen, wie drastisch der Wiederverkaufswert mit der Zeit sinkt: Bereits zwei Jahre nach der Saison wird Kleidung durchschnittlich mit 83 % Abschlag auf den Einzelhandelspreis verkauft, Schuhe mit 74 %. „Händler sind zwischen frühen Bestellverpflichtungen vor der Saison und langsam drehenden Beständen am Ende der Saison gefangen“, erklärt Dr. Max Groberg. „Wir geben Marktteilnehmern ihre Handlungsfähigkeit zurück – wir verwandeln gebundenes Lager in Liquidität, während sie die volle Kontrolle über den Vertrieb behalten.“
smatch hat bereits internationale Kunden überzeugt
Der B2B-Marktplatz von smatch verbindet globale Modemarken und Einzelhändler, um unverkaufte Bestände schnell, diskret und profitabel zu handeln. Dabei organisieren sogenannte Co-Piloten – einer für den Verkauf, einer für den Einkauf – mithilfe künstlicher Intelligenz die Art und Weise, wie Inventar umverteilt und beschafft wird. Verkäufer können ihre Strategie auf Geschwindigkeit, Marge oder Kontrolle optimieren. Käufer erhalten in Echtzeit Zugang zu verifizierten Beständen und Marken. Seit dem Start im Jahr 2023 wurden über 15 Milliarden Euro an Beständen und mehr als 190 Millionen Artikel smatch angeboten. Das in Hamburg ansässige Unternehmen arbeitet bereits mit einigen der größten globalen Sport- und Modemarken zusammen.
„Unverkaufte Bestände sind eine der größten versteckten Ineffizienzen im Einzelhandel. Sie binden Milliarden an Betriebskapital und verschwenden wertvolle Ressourcen. Die KI-gestützte Plattform von smatch definiert neu, wie die globale Modebranche operiert – indem sie den Zugang zu globalen Beständen durch angereicherte Daten, automatisierte Abwicklung und ein riesiges Netzwerk beschleunigt“, begründet Clara Ricard von Transition VC das Investment.
Foto: smatch









