MicroHarvest baut neue Produktionsanlage und erhält 5,5 Millionen Euro Bundesförderung
Jetzt ist es offiziell: Das Biotech-Startup MicroHarvest baut eine Produktionsanlage im Chemiepark Leuna (Sachsen-Anhalt). Dafür hat das Unternehmen einen Zuwendungsbescheid über knapp 5,5 Millionen Euro aus der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft erhalten.
MicroHarvest investiert einen zweistelligen Millionenbetrag
Die Standortentscheidung wurde in Leuna gemeinsam mit Standortpartnern bekanntgegeben, aus der Politik waren Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (MdB) sowie Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt vor Ort .Die geplante Anlage, die in rund zwei Jahren betriebsbereits sein und für rund 25 neue Arbeitsplätze sorgen soll, ist auf eine Jahreskapazität von 15.000 Tonnen ausgelegt. Die Kosten für den Bau sollen sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich bewegen. MicroHarvest war von Angang an finanziell stark aufgestellt, bereits im offiziellen Gründungsjahr 2022 konnte es eine Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Euro abschließen.
Mit der neuen Anlage erreicht MicroHarvest einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Produktion von Protein in Pulverform. Das Startup setzt dabei auf Fermentation und verwendet für den Prozess spezielle Mikroorganismen, die größtenteils aus Proteinen bestehen. Sie verwerten Nebenströme, also Überbleibsel beispielsweise aus der Zuckerproduktion oder der Verarbeitung von Erbsen. Der ganze Vorgang, der in Tanks abläuft, erinnert an die Bierbrauerei, nur geht er wesentlich schneller und hat als Ergebnis keinen Alkohol, sondern eben hochwertiges Eiweiß. Die Nachfrage danach ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, kaum eine Lebensmittelkategorie kommt heutzutage noch ohne Proteinanreicherung aus.

Leuna bietet die größten Standortvorteile
“Mit Leuna gehen wir einen entscheidenden Schritt auf dem Weg von der Technologieentwicklung zur industriellen Umsetzung”, sagt Katelijne Bekers, Co-Founderin und CEO von MicroHarvest. „Wir wollen eine skalierbare Proteinproduktion etablieren, die unabhängig von Saison und Klimaschwankungen ist und so die Versorgungssicherheit stärken. Leuna bietet dafür starke industrielle Voraussetzungen und eine regionale Partnerstruktur, die eine schnelle Umsetzung ermöglicht.“
Vor der Entscheidung für den Chemiepark Leuna hat MicroHarvest rund 40 Standorte in Europa geprüft. Ausschlaggebend waren die bereits vorhandene Infrastruktur, die Versorgungssysteme sowie die Nähe zu landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten und Verarbeitungsbetrieben. In Leuna plant MicroHarvest als Rohstoffbasis vor allem Melasse aus der Zuckerherstellung zu nutzen. Die regionale Verfügbarkeit sorgt für kurze Transportwege und eine stabile, lokale Lieferkette. Forschung und Entwicklung sowie die Unternehmensführung bleiben in Hamburg. Außerdem betreibt MicroHarvest eine Pilotanlage in Portugal.
Mehr über MicroHarvest erfahrt ihr in diesem Beitrag.
Foto: MicroHarvest





