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Sympatient bekommt 1,6 Millionen Euro für digitale Psychotherapie

Der Hamburger Entwickler und Anbieter von digitaler Psychotherapie Sympatient hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 1,6 Millionen Euro eingesammelt. Die Schweizer Venture Capital Gesellschaft Investiere (Zürich) leitet die Runde, an der sich Investoren der ersten Stunde wie die IFB Innovationsstarter GmbH (Hamburg) neben Business Angels beteiligt haben.
 
Das frische Kapital wird in die Weiterentwicklung der digitalen Angsttherapie Invirto fließen, die Patienten eine vollständige kognitive Verhaltenstherapie in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Darüber hinaus wird das Unternehmen die Integration im Gesundheitssystem in Form von Partnerschaften mit Psychotherapeuten, Kliniken und Krankenkassen vorantreiben. Auch eine flächendeckende Kostenübernahme der Therapie durch alle Krankenkassen im Rahmen des neuen Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) prüft das Unternehmen derzeit.

Das Gründertrio Christian Angern, Julian_Angern und Benedikt Reinke (Foto: Sympatient)

Invirto ist die weltweit erste digitale Psychotherapie gegen Angststörungen für zu Hause. Mithilfe von Virtual-Reality-Technologie und einer App ermöglicht Invirto als bisher einziges Programm auf dem Markt eine Therapie per Konfrontation. Erfahrene Psychotherapeuten begleiten dabei die Betroffenen zu jeder Zeit . Seit Januar 2020 bietet die Techniker Krankenkasse (TK), mit 10,5 Millionen Versicherten Deutschlands größte Krankenkasse, die Therapie ihren Versicherten an.

Sympatient ermöglicht therapeutisches Erstgespräch jetzt auch per Video

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Digitalisierung medizinischer und psychotherapeutischer Angebote beschleunigt. Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden jährlich an Angststörungen. Invirto wendet sich mit der Behandlung von Agoraphobie (Platzangst), Panikstörungen und sozialen Ängsten an rund fünf Millionen Betroffene jährlich. Für sie hat sich die Situation mit der Isolierung infolge des Kontaktverbots vielfach verschärft. Die Angst vor einer Ansteckung erschwert den Gang in die Praxis zusätzlich. Invirto bietet für diese Patienten eine digitale Alternative, die einen Zugang zur Therapie ermöglicht und gleichzeitig Therapeuten entlastet

Um Betroffene während der Corona-Pandemie noch besser zu unterstützen, ermöglicht Sympatient das bei Invirto obligatorische therapeutische Erstgespräch seit April gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse per Videotelefonie. Patienten können so während der Pandemie wählen, ob sie ein persönliches Erstgespräch am Partnerklinikum, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), wahrnehmen oder die videobasierte Alternative nutzen möchten. Diese wird seit März von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Verbänden der Psychotherapeuten unterstützt.

Der IDEA Innovation in Digital Equality Award geht in die nächste Runde

Nach dem erfolgreichen Start 2019 vergibt der Hamburger Senat auch in diesem Jahr den IDEA Innovation in Digital Equality Award. Ziel der Auszeichnung ist es, die Gleichstellung in der digitalen Welt zu fördern und Positivbeispiele sichtbar zu machen. In zwei Kategorien werden Ideen und Personen geehrt, die sich für die Gleichstellung im digitalen Raum stark machen. Der Award soll künftig im zweijährigen Turnus zunächst bis 2026 verliehen werden. Ab sofort können sich Interessierte – von einzelnen Personen über Startups bis zu Vereinen – für den Preis bewerben.

Annahmeschluss für Bewerbungen und Vorschläge ist der 15. September 2020. Die Ausschreibungsunterlagen und alle weiteren Informationen zum IDEA sind unter www.hamburg.de/idea-preis abrufbar. Die Preisverleihung soll am 27. November im Rahmen eines Senatsempfangs stattfinden.

Die Preiskategorien: Förder- und Ehrenpreis

Der Förderpreis prämiert bereits entwickelte technische Innovationen oder innovative Konzepte. Teilnahmeberechtigt sind Einzelpersonen, Vereine, Organisationen, Institutionen, Initiativen, Firmen oder Projekte, die in oder für Hamburg gleichstellungsorientierte analoge Lösungen digital überführen und/oder Gleichstellung digital weiterdenken. Der Förderpreis ist mit maximal 25.000 Euro dotiert. Das Preisgeld soll die Umsetzung der Konzepte beziehungsweise die Weiterentwicklung bestehender technischer Lösungen ermöglichen.

Die eingereichten Ideen können sich auf alle Lebensbereiche beziehen. Sie sollten sowohl kreative digitale Lösungen für den Alltag anbieten als auch durch technische Innovationen überzeugen, die Geschlechterdiskriminierungen beispielsweise im beruflichen Kontext entgegenwirken. Das können Apps oder andere innovative Online-Tools sein, digitale Prozesse oder auch Ideen für digitale Infrastrukturen, die die spezifischen Lebenssituationen, Bedürfnisse und Hindernisse der Chancengleichheit von Frauen in den Blick nehmen. Dabei sind den Anwendungsgebieten vom Gesundheitsbereich über die Wissenschaft bis zum Haushalt keine Grenzen gesetzt.

Mit dem Ehrenpreis werden Frauen ausgezeichnet, die mit ihrem Engagement für die Gleichstellung in der digitalen Welt Herausragendes geleistet haben, oder die die Digitalwirtschaft in besonderem Maße fördern und prägen. Der Ehrenpreis richtet sich dabei an alle Frauen, die mit ihrem Wirken für Gleichstellung in der digitalen Welt andere Frauen und Mädchen inspiriert und ermutigt haben, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Beitragsbild: Gerd Altmann/Pixabay

Team Generato

Generato ist ein Gewinner beim „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“

Das Hamburger Startup Generato gehört zu den 20 Gewinnern des „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ des Bundeswirtschaftsministeriums und erhält dafür 32.000 Euro.

Insgesamt haben sich 222 junge Unternehmen beworben. Wieder setzen viele der Gründungsideen auf künstliche Intelligenz, ermöglichen eine klimafreundlichere Energieversorgung oder die Optimierung industrieller Prozesse. Zahlreiche Bewerbungen gab es auch aus dem Bereich Digital Health – ein Thema, das durch die Corona-Pandemie weiter an Bedeutung gewinnt.

Auszeichnungen erhielten insgesamt 20 Teams. Die sechs Hauptpreise sind mit je 32.000 Euro dotiert. Über einen Hauptpreis sowie den mit zusätzlichen 10.000 Euro dotierten Sonderpreis „Gesundheit“ darf sich das KI-Startup deepc aus München freuen. deepc hat ein KI-System zur Verhinderung medizinischer Diagnosefehler entwickelt. Das System identifiziert in bildbasierten Diagnoseverfahren wie CT- oder Röntgenbildern auffällige Befunde, die potenziell übersehen werden könnten und zeigt diese dem befundenden Arzt visuell für die diagnostische Entscheidung an.

Generato ist ein Programmierwerkzeug, über das Projektmanager und Entwickler Software über leicht verständliche, visuelle Modelle erstellen können. Das Tool bietet für die Modelle dann Code-Vorlagen an, mit denen Entwickler eine Software effizient auf die jeweiligen Anforderungen anpassen können. Der Fokus liegt dabei zunächst auf der Erstellung von Web-Apps mit modernen Programmiersprachen. Mehr über Generato erfahrt ihr hier.

Die komplette Pressemitteilung mit den weiteren Preisträgern könnt ihr hier nachlesen.

Nach dem Einbruch: Rettet ONE Hamburg!

ONE Hamburg ist eines der beeindruckendsten Projekte, das in Hamburg als Reaktion auf die Corona-Krise entstanden ist. Der Mitte März quasi über Nacht aus dem Boden gestampfte Social-TV-Kanal streamte insgesamt 169 Liveprogramme, von der Diskussionsrunde über die Bierverkostung bis zum Konzert. Am 21. Mai war der erste Ruhetag seit dem Start. Den nutzten Einbrecher aus, um Studioequipment im Wert von über 100.000 Euro zu stehlen.

„Denn als wir am letzten Freitag (22. Mai) unser Sendestudio in Ottensen betreten, merken wir sofort: Hier stimmt was nicht – wo ist unsere Technik? Die bittere Erkenntnis: Über Nacht ist fast unsere gesamte Live-Technik verschwunden – unbekannte Täter sind bei uns eingebrochen und haben sich unsere Kameras, Objektive & Equipment geschnappt.“ So beschreibt das Team von ONE Hamburg den ersten Schock.

Wie es jetzt genau weitergeht, steht noch nicht fest, doch Aufgeben ist erstmal keine Option. Deshalb hat ONE Hamburg am Montag eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Fundingziel sind 100.000 Euro, aber es zählt natürlich jeder Cent. Dafür soll das Geld eingesetzt werden: „Aber in erster Linie möchten wir natürlich den zahlreichen Filmemachern, Produktionen & Verleihern in Hamburg ihr Equipment ersetzen, mit dem wir bis letzte Woche (umsonst) arbeiten durften. Heißt im Klartext: Wir haben gerade das hochwertige Equipment unseres Netzwerks verloren – und wir glauben jeder kann sich vorstellen, wie unangenehm diese Situation ist – vor allem dann, wenn man bislang noch keine Möglichkeit hatte für eben jene Leihgaben eine Versicherung abzuschließen.“

Die Kampagne läuft bis zum 30. Juni und ab einem Beitrag von fünf Euro könnt ihr als Retter dabei sein!

Beitragsbild: Startnext/ONE Hamburg

JOBMATCH.ME: erste Erfolge der Hilfskampagne für Pflegekräfte

Bei Deutschland-Helfer.org finden Fach- und Hilfskräfte aus dem Gesundheitswesen schnell und einfach den passenden Einsatzort. Innerhalb von 8 Wochen haben sich über 2.500 Pflegekräfte auf der Suche nach einem passenden Einsatzort angemeldet. Weit mehr als 100 Einrichtungen und Krankenhäuser haben an der Aktion teilgenommen. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Hilfsaktion auf ihrer Seite Zusammen gegen Corona aufgenommen und empfiehlt sie für Helfer.

Die große Deutschland-Helfer-Aktion wurde überwiegend in sozialen Medien platziert, wo sie sehr schnell auf großes Interesse gestoßen ist. “Wir haben gehofft, möglichst vielen Menschen helfen zu können. Dass wir jedoch über 2.500 Anmeldungen von Helfern haben würden, hat uns überwältigt”, so Daniel Stancke, Gründer von JOBMATCH.ME. Durch das automatisierte Matching ist es möglich, Anfragen schnell und effizient zu bearbeiten und in wenigen Minuten passende Arbeitsbeziehungen zu finden.

“Es war uns als Unternehmen wichtig, in dieser Krise schnell und kostenlos unsere Bewerber-App zur Verfügung zu stellen. Dafür hat sich das gesamte Team auch außerhalb der regulären Arbeitszeit engagiert. Wir hoffen, dass wir so einen kleinen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderung geleistet haben”, so Stancke weiter.

Kampagnen-Foto: JOBMATCH.ME
Kampagnen-Foto: JOBMATCH.ME

Erfolgsgeschichte Diakonie Bethanien

Auch Die Diakonie Bethanien in Solingen hat an der Aktion teilgenommen. „Wir freuen uns, dass wir mit JOBMATCH.ME innovative Möglichkeit nutzen können, Mitarbeitende für die Diakonie Bethanien zu gewinnen. Durch den Profil-Vergleich liegen die Erwartungen, die wir als Arbeitgeber haben, bereits sehr nah an den Bedürfnissen der Bewerber. Das spart sowohl uns als auch den Bewerbern Zeit und bietet uns die Möglichkeit den Rekrutierungsprozess noch effizienter zu gestalten und Enttäuschungen zu vermeiden“, erklärt Peggy Evertz, Personalentwicklerin bei der Diakonie Bethanien. Weitere Teilnehmer an der Aktion sind Träger wie die AWO, Bethel und das Deutsche Rote Kreuz. Die große Deutschland-Helfer-Aktion für Pflegekräfte läuft noch bis Ende Mai, für Arbeitnehmer ist das Matching grundsätzlich kostenlos.

Die Hilfsaktion wurde von dem JOBMATCH.ME ins Leben gerufen. Das Startup ist spezialisiert auf das Finden passender Arbeitsbeziehungen mittels künstlicher Intelligenz, sogenanntes Jobmatching. Speziell für Fachkräfte entwickelt, digitalisiert es den Recruiting-Prozess und macht Bewerbungsschreiben und Lebensläufe überflüssig. Im Matching werden in der Bewerber-App automatisch Wünsche und Anforderungen auf der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite miteinander abgeglichen und die bestmögliche Passung gefunden.

Hamburger Senat zieht erste Bilanz zur Corona Soforthilfe

Am 19. März 2020 hatten Finanz-, Wirtschafts- und Kultursenator gemeinsam erste Eckpunkte des Hamburger Corona Schutzschirms vorgestellt. Eine umfassende Soforthilfe und ein erweitertes Kreditprogrammen der Förderbank IFB waren die Hauptbestandteile. Zwei Monate später haben die drei Senatoren Zwischenbilanz gezogen.

Dabei bezeichneten sie vor allem die Hamburger Corona Soforthilfe (HCS) als vollen Erfolg. Die Zahl der bisher bearbeiteten und ausgezahlten Anträge übersteigt 47.000. Mehr als 440 Millionen Euro Fördergelder gingen an Menschen und Unternehmen der Stadt. Die vollständige Summe der Bewilligungen liegt bereits bei über 460 Millionen Euro. Davon stammen etwa 278 Millionen Euro aus Bundesmitteln und gut 185 Millionen Euro aus Landesmitteln. Ein Großteil der Anträge kommt von Solo-Selbständigen (68 %) und Kleinstunternehmen mit ein bis fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (23 %).

Bei der Branchenzuordnung liegen die Bereiche Kreativwirtschaft/Kunst/Kultur (rund 10.400 Anträge) und Gastronomie (rund 5300 Anträge) vorne. Um schnelle Hilfe zu ermöglichen, wurden die Mittel des Bundes um mehr als 300 Millionen Euro Landesmittel ergänzt und die Kreditermächtigung der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) um 400 Millionen Euro angehoben.

Über 25.000 Anträge auf Corona Soforthilfe in drei Tagen

Die IFB hat die Bundes- und Landesmittel in einem Antrag gebündelt und in kürzester Zeit eine digitale Antragstellung eingeführt. Der Ansturm war enorm. Allein in den ersten drei Tagen gingen mehr als 25.000 Anträge für die Hamburger Corona Soforthilfe ein. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IFB Hamburg sowie eine große Zahl weiterer Kräfte von unterstützenden Behörden schafften es, in Spitzenzeiten bis zu 8.000 Anträge pro Tag zu bearbeiten und zur Auszahlung zu bringen.

Für innovative Startups gewährt HCS InnoStartup weitere Unterstützung in Form von zusätzlichen, bedingt rückzahlbaren Zuschüssen. Dafür stehen aktuell 25 Millionen Euro von den 300 Millionen Euro aus den Soforthilfe-Mitteln zur Verfügung. Die Summe der hier bewilligten Fördermittel liegt bereits bei 2,3 Millionen Euro.

Insgesamt sicherte die Stundung von Steuern und die Anpassung von Vorauszahlungen über zwei Milliarden Euro an Liquidität bei Hamburger Steuerpflichtigen. Mehr als zehn Millionen Euro wurden im Bereich Gewerbemieten von städtischen Vermietern gestundet.  

„Zählt man alles zusammen, hat der Hamburger Corona Schutzschirm mit seinem Maßnahmenpaket schon in den ersten zwei Monaten eine Finanzwirkung von 2,5 Milliarden Euro in Hamburg entfaltet. Um Hilfsprogramme in diesem Umfang zu stemmen, zu strukturieren und umzusetzen ziehen in Hamburg alle damit befassten Stellen an einem Strang. Vom Finanzamt bis zur Förderbank – überall wurde und wird Großes geleistet. Auf diesem Weg werden wir weitergehen – immer mit dem Ziel, so viele Unternehmen und Arbeitsplätze wie möglich in unserer Stadt zu retten“, verkündet Finanzsenator Dr. Andreas Dressel.

Beitragsbild: Pixabay

aidhere veröffentlicht im Juni App gegen Adipositas

Das Hamburger Digital-Health-Startup aidhere GmbH stellt im Juni 2020 mit der Smartphone-App zanadio die erste als Medizinprodukt zugelassene Behandlung für Patienten mit Adipositas zur Verfügung. Mit der App schließt das Unternehmen eine Lücke im Markt: Bisher gibt es keine Adipositas-Therapie, deren Kosten Krankenkassen unmittelbar übernehmen. Zukünftig will aidhere auch weitere Digital-Health-Anwendungen anbieten.

Mindestens 20 % der Menschen in Deutschland leiden an Adipositas. Sie gelten mit einem Body-Mass-Index von über 30 als krankhaft übergewichtig. Bereits 2011 bezeichneten Experten in der Ärztezeitung die weltweite Entwicklung der Erkrankung als Pandemie. Trotz zahlreicher Folgeerkrankungen gibt es bis heute keine medizinische Therapie für Patienten mit Adipositas, deren Kosten die Krankenkassen in der Regelversorgung übernehmen.

Screenshots von zanadio:

Diesen Lücke hat das Hamburger Startup aidhere erkannt und einen digitalen Behandlungsansatz entwickelt. Mit der App zanadio erhalten Patienten mit Adipositas eine einfache und digitale Möglichkeit, ihre Situation langfristig zu verbessern. Die App bietet ein dreiteiliges Programm aus Ernährung, Bewegung und individuellem Coaching, das die Nutzer im Alltag begleitet und unterstützt.

zanadio wird wissenschaftlich überprüft und soll auf Rezept erhältlich sein

Das Programm fußt auf Erkenntnissen verhaltenstherapeutischer Forschung sowie wissenschaftlichen Standards der Bewegungs- und Ernährungslehre. Die Wirksamkeit der App wird aktuell in mehreren Studien, unter anderem in Kooperation mit Prof. Dr. Annette Horstmann von der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, überprüft. Der Behandlungsfortschritt wird innerhalb der App dokumentiert und das Programm fortlaufend an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst.

So wird die App aussehen.

zanadio soll künftig als “App auf Rezept” fungieren: Die entsprechenden Richtlinien wurden von Beginn an in die Produktentwicklung einbezogen. Ab voraussichtlich Ende Mai 2020 kann eine Registrierung beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte beantragt werden, die Zulassung wird im Herbst erwartet.

Neben zanadio will aidhere künftig weitere Apps auf Rezept auf den Markt bringen. Der Fokus soll auf der Behavioral Medicine liegen, also Ansätzen,die auf der Veränderung von Verhalten basieren, zum Beispiel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr über aidhere erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Henrik Emmert, Mitgründer von aidhere und Managing Director Business Operations, schätzt die aktuelle Marktsituation positiv ein: „Wir nehmen einen starken Zuwachs des Interesses an Digital Health-Lösungen aus dem Markt und auch aus angrenzenden Branchen wahr. Das spiegelt sich unter anderem auch darin wider, dass wir seitens potenzieller Investoren großes Interesse erfahren. Die deutlich gesteigerte Aufmerksamkeit, die Digital Health seit Ausbruch der Corona-Pandemie erfährt, sehen wir als große Chance, die Bedeutung digitaler Lösungen, wie Apps, im Gesundheitssektor nachhaltig zu stärken.”

zanadio steht ab 8. Juni 2020 kostenfrei in den gängigen App-Stores (iOS App Store und Android PlayStore) zum Download zur Verfügung. Zur Einrichtung des kostenpflichtigen Behandlungsprogramms ist eine persönliche Anmeldung erforderlich.

Beitragsbild: Das Team von aidhere: Dr. Tobias Lorenz, Dr. Nora Mehl und Henrik Emmert. Screenshots: aidhere.

Neues Forschungsprojekt HyFiVE für maritimen Leichtbau hat Hyconnect an Bord

Leichtbau, als ein Schlüsselelement für nachhaltigen Transport, erfährt im Schiffbau massive Widerstände aufgrund ungenügender Fügetechnologien für Faserverbundmaterialien und Stahl. Mit dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt „Hybride Fügetechnologie für Verbindungen im maritimen Einsatz“, kurz HyFiVE, werden fünf Industrieunternehmen und drei wissenschaftliche Einrichtungen neue Technologien entwickeln und für den Schiffbau evaluieren.

Unter der Führung des Unternehmens SAERTEX GmbH & Co. KG entwickelt HyFive im Zeitraum von drei Jahren klebefreie Verbindungstechnologien. Kleben, als das Standardverfahren zum Fügen von Leichtbaustrukturen aus faserverstärkten Kunststoffen (FVK) und Metallstrukturen, genügt häufig nicht den zeitlichen und kostentechnischen Ansprüchen in Hinblick auf Entwurf, Zertifizierung und Produktion. Ziel ist es daher, neue und effiziente klebefreie Verbindungstechnologien für FVK und Metallanwendungen zu etablieren.

HyFive legt den Schwerpunkt auf den Schiffbau

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist, wie gesagt, die Entwicklung der Technologien für die Anforderungen im Schiffbau. Dazu gehören unter anderem die Integration in FVK-Bauteile mittels unterschiedlicher Herstellungsmethoden, die Skalierbarkeit, die zerstörungsfreie Prüfung und das Verhalten bei und der Schutz gegen Feuer. Dafür wird das Konsortium eng mit Werften und Klassifikationsgesellschaften zusammenarbeiten.

Die Partner im Projekt bilden vom Textil- und Materialhersteller über Ingenieurbüros bis hin zum Fertigungsbetrieb das gesamte Spektrum ab. Unterstützt werden diese durch drei wissenschaftliche Einrichtungen mit ihrer Expertise im Bereich der Faser- und FVK-Technologie sowie des Schweißens. Zu den Teilnehmern an dem Projekt gehören zwei Unternehmen aus Hamburg: die ar engineers GmbH und die Hyconnect GmbH. Hyconnect konnten 2019 unseren Reeperbahn Startup Pitch gewinnen. Mehr über das Startup und seine bahnbrechende Technologie erfahrt ihr hier.

Beitragsbild: Dr. Lars Molter, Gründer von Hyconnect, beim Reeperbahn Startup Pitch. (Foto: Stefan Groenveld)

TU Hamburg produziert Ausrüstung zum Schutz vor Corona

Die Technische Universität (TU) Hamburg unterstützt das Personal lokaler Krankenhäuser sowie verschiedener Pflegeeinrichtungen im Raum Hamburg mit der Produktion von Schutzausrüstung und Alltagshelfern im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Gemeinsam mit einem elfköpfigen Team arbeitet Katharina Bartsch, Oberingenieurin am Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik in der Fertigungswerkstatt FabLab an Face Shields, Mund-Gesichts-Masken, Maskenhaltern und Aufsätzen für das virenfreie Öffnen von Türen mittels 3D-Druck. „Aktiv etwas Gutes tun und die Corona-Pandemie nicht von zuhause aus absitzen zu müssen, das motiviert mich jeden Tag“, sagt Bartsch. Wer selbst Alltagshelfer benötigt oder sich mit einem 3D-Drucker an der Produktion beteiligen möchte, kann sich an fablab@tuhh.de wenden.

„Jedes unserer Produkte trägt dazu bei die Übertragung des Corona-Virus aufzuhalten. Dabei war es uns ein besonderes Anliegen nicht nur Intensivstationen, sondern auch weniger im Fokus stehende Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen auszustatten und auf deren Bedürfnisse einzugehen“, erklärt Katharina Bartsch. Besonders gefragt waren hier Maskenhalter. „Das Pflegepersonal trägt meist ganztägig einen Mund-Nasen-Schutz, der sich nicht optimal an die Gesichtsform anpassen lässt. Die Folge sind wunde, schmerzende Stellen hinter den Ohren“, beschreibt Bartsch das Problem. Im engen Austausch mit den Betroffenen entstanden verschiedene Größen für Maskenhalterungen, die die Gummibänder der Mund-Gesichts-Masken von den Ohren weg hinter den Kopf führen und dort zusammenhalten.

Acht 3D-Drucker sind an der TU im Dauerbetrieb

Um in kurzer Zeit möglichst viele Alltagshelfer herstellen zu können, laufen im FabLab der TU aktuell acht 3D-Drucker im Dauerbetrieb. Auf diese Weise entstehen pro Tag bis zu zwölf Face Shields und circa 300 Maskenhalter. Während des Drucks wird flexibler Kunststoffdraht durch eine Düse aufgeschmolzen und Schicht für Schicht abgelegt. Die Herausforderung besteht darin, die Temperatur der Düse für das Aufschmelzen des Drahts sowie des Druckbetts und die Geschwindigkeit, mit der sich die Achsen bewegen, aufrecht zu erhalten.

Weitere Herausforderungen sind Lieferengpässe von zusätzlich benötigtem Material und Arbeitssicherheitsanforderungen. „Die Maskenpflicht führt dazu, dass wir kurzfristig kaum Lieferungen für Gummibänder erhalten. Doch mit ein wenig Kreativität geht alles. Als Ersatz haben wir Bänder aus flexiblem Kunststoff entwickelt. Die passen nicht nur in die Halterungen, sondern können auch in ihrer Größe eingestellt werden. Darüber hinaus sind unsere Halterungen abwischbar und können desinfiziert werden. Das ist bei den faserhaltigen Gummibändern nicht möglich“, heißt es aus den Reihen des TU-Teams.

Das Hilfsequipment bietet das TU-Institut zu reinen Herstellerpreisen an. So kostet ein kleiner Maskenhalter zwischen 10 und 50 Cent und ein komplettes Face Shield Set bis zu 5 Euro. Der Preis beinhaltet dabei allein die Material- und Anlagenkosten sowie eine geringe Verwaltungspauschale inklusive Steuer. Die Arbeitszeit für die Beratung und Herstellung ist kostenfrei. „Uns geht es nicht darum Geld zu verdienen, sondern Lösungen mit echtem Mehrwert anzubieten. Das überwältigende Feedback unserer Partner freut uns dabei am meisten“, sagt Katharina Bartsch.

Beitragsbild: FabLab

Otto Group Startup creddis launcht digitalen Krisenplaner

Die Otto Group Digital Solutions (OGDS), der Company Builder der Otto Group, bietet ab sofort mit creddis ein digitales Krisenmanagement-Tool für Kleinst- und Kleinunternehmen, die durch die Corona-Krise von Umsatzeinbußen betroffen sind. Das kostenlose Angebot richtet sich vor allem an den Online- und Einzelhandel. Der Online-Service bietet einen interaktiven Krisenplaner, der nach Angabe von Unternehmensspezifika einen individuellen Maßnahmenplan erstellt. Ein Leitfaden führt die betroffenen Händler dann Schritt für Schritt von der Analyse der Corona-Auswirkungen auf ihr Unternehmen, über die Unternehmenssicherung hin zu einer zukünftigen Unternehmensausrichtung.

Viele Unternehmen im Stationär- und Onlinehandel hat die Corona-Krise überrascht und hart getroffen. Wie sie mit der Krise umgehen und ihre Existenz langfristig sichern können, ist für viele ungeklärt. Sofern es keine Rücklagen gibt, sind Unternehmen auf externe Hilfen angewiesen. Großkonzerne können in Krisenzeiten auf einen Krisenstab und Hilfe ihrer Rechts- und Finanzabteilung zurückgreifen und wissen dank der internen Strategen, welche Szenarien sie aufgrund von verändertem Konsumentenverhalten erwarten. Den meisten Kleinst- und Kleinunternehmen fehlen diese Ressourcen, um alle Aspekte der Krise intern zu bewältigen. Der Krisenplaner offeriert nun digitale Hilfe zur Selbsthilfe mit personalisierten Maßnahmen, die auf jedes Unternehmen einzeln zugeschnitten sind.

Ergänzend bietet creddis auch einen Fördermittel-Navigator an, der mehr als hundert staatliche und privatwirtschaftliche Förderprogramme kuratiert. Nach Eingabe von Unternehmensinformationen werden mit Hilfe eines Algorithmus relevante Hilfsprogramme angezeigt. ​Diese enthalten bereits Hinweise zu Konditionen und Voraussetzungen für die Beantragung, was für bessere Übersichtlichkeit sorgt. Der digitale Assistent ist rund um die Uhr verfügbar, sodass Hilfesuchende direkt loslegen können. Bei Fragen steht das creddis-Team auch via Live-Chat zur Verfügung.

Da die Förderprogramme nicht alle Kosten abdecken, werden auch Kredite zukünftig eine Rolle spielen. Aus diesem Grund wird sich creddis im zweiten Schritt auf die Vermittlung von Experten und alternativen Finanzierungslösungen fokussieren.

Beitragsbild: Screenshot der creddis-Webseite

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