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food21 und SKYLAB gewinnen Pitch beim AI.SUMMIT

Der 1. Dezember war ein stürmischer Tag in Hamburg und wohl nirgendwo hatte man einen besseren Überblick über das Wettergeschehen als im 23. Stock des Emporio-Hochhauses. Dort gehörte die Aufmerksamkeit aber eher dem AI.SUMMIT und dem Thema der künstlichen Intelligenz. Ein Programmhöhepunkt war der Pitch von sechs Startups, bei dem food 21 und SKYLAB als Sieger hervorgingen.

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cirplus sichert sich 3,3 Millionen Euro in Finanzierungsrunde

Rechtzeitig vor dem dritten Jahrestag seiner Gründung hat das Hamburger Startup cirplus eine große Finanzierungsrunde abgeschlossen. Im Rahmen des Seed-Fundraisings erhielt das Unternehmen eine Kapitalspritze von insgesamt 3,3 Millionen Euro. Der digitale Marktplatz für Kunststoffabfälle und Rezyklate wurde von Christian Schiller und Volkan Bilici gegründet und wird von führenden Marktplatz- und ClimateTech-Investoren aus Europa und den USA unterstützt.


cirplus fungiert als Beschaffungsplattform für recycelte Kunststoffe und verbindet Recycler mit Kunststoffverarbeitern. Die Verarbeiter sind so in der Lage, recycelte Materialien in extrem fragmentierten Märkten zu finden. Dies wiederum ermöglicht ihnen die Herstellung neuer Produkte mit einem höheren Anteil an recyceltem Material, insbesondere in der Verpackungs-, Automobil- und Bauindustrie. Ziel von cirplus ist es, die Kosten für die Produktion von und den Handel mit hochwertigen Rezyklaten zu senken und sie im Wettbewerb mit neuem Kunststoff konkurrenzfähig zu machen.

cirplus ist bereits weltweit aktiv

Der Abschluss der Finanzierungsrunde fällt zusammen mit der Veröffentlichung der DIN SPEC 91446, der neuen Industrienorm für hochwertiges Recycling. Sie wurde von cirplus initiiert und mitentwickelt, um den Markt entsprechend den EU-Anforderungen zu stärken. Die Plattform verfügt derzeit über ein Team von 18 Mitarbeitern und einen Bestand von über 1.000.000 Tonnen mit mehr als 1.000 Nutzern aus 82 Ländern. Darunter sind die Greiner AG, der Grüne Punkt und die BMW Group.

Die cirplus-Gründer Volkan Bilici und Christian Schiller (Foto: Frank Beer)
Die cirplus-Gründer Volkan Bilici und Christian Schiller (Foto: Frank Beer)

“Mein Team und ich sind sehr dankbar, dass uns so erfahrene Investoren und Unternehmer bei unserer Mission unterstützen, Kunststoffabfälle in eine echte Kreislaufwirtschaft zu überführen. Der Weg ist noch lang und beschwerlich, aber wir sind jetzt gut gerüstet, um das weltweite Recycling mit Hilfe unserer Software für ein Material anzukurbeln, das Fluch und Segen zugleich ist”, sagt Christian Schiller, Mitgründer und CEO von cirplus.

“Die COP26 hat sehr deutlich gemacht, dass die Welt den Übergang zu nachhaltigen Geschäftsmodellen beschleunigen muss. cirplus bringt die Kraft von Netzwerkeffekten in die fragmentierten Märkte des Plastikrecyclings und geht damit eines der größten ökologischen Probleme unserer Zeit mit Technologie an – deshalb freuen wir uns, mit Christian und seinem Team zusammenzuarbeiten”, erklärt Per Brilioth, Geschäftsführer von VNV Global. Das schwedische Investmentunternehmen führt diese Finanzierungsrunde an. Dabei sind außerdem MyClimateJourney, Entrepreneur First, Nucleus Capital, First Momentum Ventures und diverse Business Angels.

Beitragsbild: cirplus

HAUSGOLD holt 10 Millionen Euro in Finanzierungsrunde

Nach einem starken Wachstum im Jahr 2021 hat das Hamburger PropTech HAUSGOLD eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Neben einem Investorenkreis rund um Ex-Commerzbank CEO Martin Blessing beteiligen sich auch Bestandsinvestoren wie z.B. Scout24 Gründer Joachim Schoss an der aktuellen Finanzierungsrunde. Insgesamt erhält die digitale Immobilienverkaufsplattform 10 Millionen Euro, bestehend aus Eigen- und Fremdkapital.

Das frische Kapital soll in den Ausbau der digitalen Services für Eigentümer und Makler sowie der Öffnung der Plattform für branchennahe Dienstleister fließen. Diese sollen zukünftig auch vom
Immobilienboom und dem großen unabhängigen Maklernetzwerk von HAUSGOLD profitieren.

Sebastian Wagner, Gründer und CEO von HAUSGOLD.
Sebastian Wagner, Gründer und CEO von HAUSGOLD.

„Seit der Gründung hat sich HAUSGOLD schnell zu einem führenden digitalen Unternehmen für den Immobilienverkauf entwickelt. Wir werden dieses Jahr unseren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fast 100% steigern und stehen derzeit bei einer annualisierten Maklerprovision von über 40 Millionen Euro. Durch unsere bundesweit über 4.500 unabhängigen und erfahrenen Makler, gepaart mit einer proprietären innovativen Digitalplattform, können wir Eigentümern einen einfachen, transparenten und maßgeschneiderten Immobilienverkauf bieten“, sagt Sebastian Wagner, Gründer und CEO von HAUSGOLD.

Über HAUSGOLD

HAUSGOLD ist eine digitale Plattform, die mit starker Technologiekompetenz Immobilienverkäufe für Makler und die verkaufenden Immobilieneigentümer wesentlich vereinfacht. Dabei bietet das Startup den Verkäufern maximale Transparenz in einem stark fragmentierten Umfeld und ermittelt die jeweils für das Verkaufsobjekt geeigneten Immobilienmakler. Darüber hinaus erleichtert HAUSGOLD mit seinen digitalen Maklermanagementtools die Immobiliengeschäfte für Makler und führt diesen wertvolle Kunden zu.

Dank eines eigenentwickelten Algorithmus sowie der gesammelten Daten über den Immobilienmarkt und die Performance von Maklern ist HAUSGOLD eine der größten digitalen Immobilienplattformen in Deutschland. Sie erreicht nach eigener Aussage eine Marktabdeckung von 100 Prozent. HAUSGOLD sitzt in Hamburg, ist ein Service der talocasa GmbH und hat rund 70 Mitarbeiter. Das Unternehmen wird von Sebastian Wagner, der es 2014 auch gegründet hat, und Andreas Wellinger geleitet.

Foto: HAUSGOLD

SCALE.CITIES laden Startups zum Dealmaking Day ein

Startups, die schon einige Erfahrungen und Erfolge gesammelt haben, nennt man auch Scaleups. Genau für diese Jungunternehmen bietet die Initiative SCALE.CITIES nun die Möglichkeit, sich mit ihrem internationalen Investorennetzwerk zu zu verbinden. Die Bewerbungsphase für den “Dealmaking Day” im März 2022 läuft bis zum 10. Dezember 2021.

SCALE steht für “Startup Cities Alliance” und die Städte die mit dem Dealmaking Day ihre erste gemeinsame Aktion durchführen, sind Hamburg, Amsterdam, Antwerpen, Madrid, Porto und Wien. Zuständig vor Ort sind jeweils die Standortinitiativen, wie die Startup-Unit von Hamburg Invest. Ziel ist es, jeweils die lokalen Startup-Ökosysteme zu stärken, indem die SCALE.CITIES ihre Netzwerke verbinden und Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse austauschen.

Das müsst ihr mitbringen und das könnt ihr erwarten

Um euch für den Dealmaking Day bewerben zu können, solltet ihr folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Euer Startup befindet in der Investmentphase zwischen Seed und Series A.
  • Das Startup ist mindestens drei Jahre alt.
  • Ihr habt mehr als drei Vollzeitbeschäftigte, beziehungsweise erreicht ein Vollzeitäquivalent größer drei.
  • Euer Startup bietet eine innovative Lösung in mindestens einem der folgenden Themenbereiche: Food, Wasserwirtschaft, Müllreduzierung, Energie und Mobilität.
  • Ihr seid auf dem Wachstumspfad.

Das erwartet euch im Erfolgsfall:

  • Ein professionelles High-End-Video
  • Training zur Verbesserung eurer Pitching-Fähigkeiten
  • Matching mit relevanten VCs je nach den Bedürfnissen eures Startups
  • Roundtables zum Netzwerken mit verschiedenen Städten

Und natürlich der Dealmaking Day. Die persönliche Begegnung mit den jeweils drei ausgewählten Investoren ist für den März 2022 geplant. Bewerbungsschluss ist der ist der 10. Dezember und die Entscheidung, welche 30 Startups aus den sechs Städten dabei sein werden, fällt ebenfalls noch in diesem Jahr. Mehr über die Aktion erfahrt ihr hier und hier könnt ihr euch als Hamburger Startup direkt bewerben.

Bewerbt euch jetzt für den Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis 2022

Gründerinnen und Gründer können sich bis zum 31. März 2022 wieder für den mit 15.000 Euro dotierten Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis bewerben. Die Auszeichnung wird seit 2019 jährlich vergeben und steht aktuell unter der Schirmherrschaft von Friedrich Merz.

Folgende Kriterien solltet ihr erfüllen:

  • Ihr seid ein Startup aus der Metropolregion Hamburg.
  • Ihr identifiziert euch mit der sozialen Marktwirtschaft.
  • Eure Geschäftsidee ist innovativ und nachhaltig tragfähig.
  • Ihr seid eine starke Persönlichkeit mit Mut, Weitblick und und Entscheidungskraft.
  • Ihr zeigt soziale Kompetenz in der Unternehmensführung.

Die Bewerbungen können bis zum 31. März2022 an info@gunnar-uldall-wirtschaftspreis.de gerichtet werden. Enthalten sein sollte ein Schreiben, welches insbesondere das Geschäftsmodell und dessen Tragfähigkeit darstellt. Außerdem sollten die Bewerberinnen und Bewerber darlegen, warum sie den Preis verdient haben. Der Umfang der Bewerbung darf zwei Seiten nicht überschreiten. Ein kurzes Video ist erlaubt, wird aber nicht erwartet.

Die besten Bewerbungen werden zu einer 20 minütigen Vorstellung im Rahmen einer Kuratoriumssitzung im 2. Quartal 2022 eingeladen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch ein Kuratorium, deren Mitglieder über viele Jahre persönlich, beruflich oder politisch eng mit dem ehemaligen Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall verbunden waren.

Siegerehrung vom Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis 2021 (Foto: AGA Unternehmensverband)
Siegerehrung vom Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis 2021 (Foto: AGA Unternehmensverband)

Das Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro verteilt sich wie folgt: 10.000 Euro für Platz 1, 3.000 Euro für Platz 2 und 2.000 Euro für Platz 3. Hauptgewinner waren zuletzt Appinio (2019), NÜWIEL (2020) und Plancraft (2021). Auf den nächsten beiden Plätzen landeten in diesem Jahr  WETTERHELD und foodlab

Weitere Informationen zum Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis und die Ausschreibung findet Ihr hier.

Gamecity Hamburg fördert drei Games-Prototypen mit 159.000 Euro

In der zweiten Förderrunde 2021 unterstützt Gamecity Hamburg drei vielversprechende Games-Projekte mit insgesamt 159.000 Euro. Die nicht rückzahlungspflichtige Förderung ermöglicht es Unternehmen, Entwicklerinnen und Entwicklern mit Sitz in Hamburg, Prototypen ihrer Spiele für den weltweit wachsenden Games-Markt zu entwickeln. Zusammen mit den sechs in der ersten Förderrunde vom Vergabegremium ausgewählten Projekten werden von Gamecity Hamburg in diesem Jahr neun Prototypen mit insgesamt 411.000 Euro gefördert. 

„Beide Förderrunden 2021 haben uns eindrücklich gezeigt, dass eine große Dynamik in der Spielebranche in Hamburg existiert. Uns hat beeindruckt, wie vielfältig die Einreichungen waren – neben Games aller Genres und für alle Plattformen haben in dieser Förderrunde erstmals ein Serious Game und eine Home Training App das Vergabegremium mit ihrem Marktpotential überzeugt“, so Dennis Schoubye, Leitung Gamecity Hamburg und Mitglied des Vergabegremiums für die Prototypenförderung.

Das sind die Projekte der Prototypenförderung 2021, Runde 2

In dem Mobile Game Castle Town von Sviper können Spieler*innen in mittelalterlichem Setting Städte bauen und im großen Stil Lieferketten für alle dafür benötigten Güter optimieren. Sviper ist ein Indie-Studio aus Hamburg und konnte mit dem Debut „Super Spell Heroes“ erste Erfolge feiern. Mit Castle Town will Sviper weiter durchstarten. 

CR4NKUP von CR4NKUP ist ein Indoor-Trainingsspiel, das reales Radtraining mit einer virtuellen Welt gefüllt mit einer großen Anzahl an Mitspieler*innen verbindet. Durch Gamification-Elemente wie Multiplayer und Online-Turniere soll die Free-to-Play App für Motivation bei professionellen Sportler*innen und Hobbyfahrer*innen gleichermaßen sorgen. 

Mambio von neurodactics ist das erste Serious Game, das durch die Hamburger Prototypenförderung unterstützt wird. Mambio ist ein inklusives Lernspiel für Kinder im Grundschulalter. Es soll spielerisch den Spaß an Mathematik förderen und das Erlernen der Rechenarten auch für Kinder mit Behinderungen erleichtern. 

Insgesamt elf Kandidaten haben sich in der zweiten Förderrunde 2021 vom 30. August bis 16. Oktober um eine Förderung beworben. Die Auswahl aus den eingereichten Projekten traf nach Pitches ausgewählter Projekte eine Fachjury. Diese bewertete neben der Präsentation des Projektes und der Teammitglieder auch Kriterien wie Nachwuchsförderung, Marktpotential und Standort-Effekt für Hamburg. Die nächste Bewerbungsphase für die Prototypenförderung 2022 startet direkt im Anschluss an die Hamburg Games Conference am 4. März 2022. Weitere Infos zur Prototypenförderung findet ihr hier.

Grafiken: Gamecity Hamburg

PLAN3T sichert sich 750.000 Euro und wird zum Fintech

Das Hamburger Startup PLAN3T hat kürzlich verkündet, dass es in seiner Pre-Seed Finanzierungsrunde 750.000 Euro von namhaften Investoren eingesammelt hat. PLAN3T ist ein Belohnungssystem für nachhaltigen Konsum. Mit der kostenlosen App können umweltbewusste Nutzerinnen und Nutzer ihren ökologischen Fußabdruck erfassen und auf einfache Art reduzieren. Die App erhält in den kommenden Monaten eine Erweiterung durch eine Banking-Integration.

Christian Gärtner, Lukas Wehrhahn und Kaspar Wehrhahn, die Gründer von Plan3t
Christian Gärtner, Lukas Wehrhahn und Kaspar Wehrhahn, die Gründer von PLAN3T

Mithilfe der kostenlosen App können die User ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck nachvollziehen und erhalten durch personalisierte Nachhaltigkeitstipps, erfolgreich abgeschlossene Challenges und CO2-Kompensationen sogenannte Planet Coins. Die Planet Coins lassen sich bei über 50 nachhaltigen Partnerunternehmen einlösen oder für Klimaschutzprojekte spenden. Sein Partnernetzwerk weitete das Startup in den letzten Monaten erheblich aus. Mittlerweile zählen bekannte Marken wie Enpal, tibber, SodaStream, refurbed, planted, WeShare und TIER dazu.

An der Pre-Seed Finanzierungsrunde beteiligten sich unter anderem der Berliner Frühphaseninvestor APX, die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB). Dazu kommen Business Angels aus der deutschen Digital- und Werbebranche, darunter Marc Sasserath, Guido Syré und die Mutabor-Gründer Heinrich Paravicini und Johannes Plass.

PLAN3T auf Fintech- und Expansionskurs

APX Geschäftsführer Jörg Rheinboldt: “Wir haben als einer der ersten Investoren an PLAN3Ts Idee geglaubt – denn der Klimawandel kann nur entschleunigt werden, wenn jeder auch etwas dafür tut.
PLAN3T schafft die perfekte Digitallösung, mit der nachhaltiges Engagement gewürdigt wird.” Mit dem Investment planen die Gründer ihre App in den kommenden Monaten mithilfe einer
Open-Banking-Integration schrittweise zu automatisieren. Über die Verknüpfung mit dem persönlichen Bankkonto lässt sich dann jede Transaktion mit einem CO2-Äquivalent versehen und kompensieren..

Das achtköpfige Team um die Gründer Lukas Wehrhahn, Kaspar Wehrhahn und Christian Gärtner brachte im Frühjahr seine Betaversion heraus. Zwei Erfolgszahlen seither: gut 6.000 Registrierungen und über 250 Tonnen CO2 kompensiert. Derzeit ist die App ausschließlich in Deutschland verfügbar. Im kommenden Jahr plant das Startup in weitere europäische Länder zu expandieren.

Foto: PLAN3T

LignoPure ist Landessieger Hamburg beim KfW Award Gründen 2021

Seit 1998 zeichnet die KfW Bankengruppe Unternehmen mit dem KfW Award Gründen aus. Je ein Unternehmen aus jedem Bundesland erhält den Preis. Für Hamburg geht in diesem Jahr LignoPure als Landessieger aus dem Wettbewerb hervor und erhält 1.000 Euro Preisgeld. Vergeben wurde der Award in einem Festakt am Abend des 28. Oktober in Berlin.

Ausgewählt wurden die Preisträger in einem mehrstufigen Verfahren von einer erfahrenen Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus der KfW, Förderinstituten, Wirtschaft, Politik und Medien. Sie bewertete die Geschäftsideen nach ihrem Innovationsgrad, ihrer Kreativität und der Übernahme gesellschaftlicher bzw. ökologischer Verantwortung. Am Wettbewerb teilnehmen konnten Unternehmen aller Branchen ab Gründungsjahr 2016. Insgesamt sind rund 500 Bewerbungen eingegangen.

Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW: „Der KfW Award Gründen hat sich deutschlandweit als Gütesiegel für innovative, kreative und sozial verantwortliche neue Geschäftsmodelle etabliert. Die preisgekrönten Teams sind Vorbilder für Unternehmergeist und Zielstrebigkeit. Der KfW Award Gründen sendet das Signal, dass der Mut zur Selbstständigkeit Anerkennung und Nachahmung verdient.“

LignoPure ist auch für den Publikumspreis nominiert

Als Landessieger hat sich LignoPure auch für den Publikumspreis qualifiziert. Dieser ist mit weiteren 5.000 Euro Preisgeld verbunden. Bis zum 15.11.2021 könnt ihr hier für euren Favoriten abstimmen! 

LignoPure wurde 2019 in Hamburg von Daniela Arango, Joana Gil und Wienke Reynolds gegründet. Sie befassen sich mit Lignin, eines der Hauptbestandteile verholzender Pflanzen. Es fällt als Nebenprodukt von Bioraffinerien sowie der Papier- und Zellstoffindustrie an. Bisher wird dieser Reststoff verbrannt – obwohl er wertvolle Eigenschaften besitzt. Die Gründerinnen haben eine patentierte Technologie entwickelt, um das industrielle Nebenprodukt Lignin für den Einsatz in kosmetischen Produkten aufzubereiten.

Die Gründerinnen Daniela Arango, Joana Gil und Wienke Reynolds (Foto: LignoPure)
Die Gründerinnen Daniela Arango, Joana Gil und Wienke Reynolds (Foto: LignoPure)

Damit werden fossile und schädliche Bestandteile ersetzt. Das von LignoPure vertriebene Pulver „LignoBase“ kann als UV-Schutz, Antioxidationsmittel, Fettbindemittel und Füllstoff auf vielfältige Weise  eingesetzt werden. In Kosmetikprodukten beispielsweise ersetzt es das häufig enthaltene Mikroplastik. LignoBase kann individuell auf die Anforderungen der Kunden angepasst werden. Durch den vermehrten Einsatz des natürlichen Rohstoffes Lignin ist es möglich, das Angebot an nachhaltigen Produkten zu erhöhen.

Joana Gil: „Unsere Mission ist klar: Wir wollen nachhaltige, multifunktionale und biobasierte Inhaltsstoffe für bessere und gesündere Produkte bereitstellen. Damit schützen wir die Umwelt wie auch die Endverbraucher, für die viele traditionelle Inhaltsstoffe ebenfalls schädlich sind. Wir freuen uns sehr, dass der KfW Award Gründen unsere Ziele anerkennt und mit einem Preis honoriert.“

Gründerinnen im Fokus: Hamburg und Israel kooperieren

Die Startup-Unit von Hamburg Invest und GINSUM (German Israeli Network of Startups and Mittelstand) wollen gemeinsam Gründerinnen noch stärker unterstützen. Die erste gemeinsame Veranstaltung, der Female Impact Lunch, ist eine digitale Diskussion am 10. November von 12 bis 14 Uhr.

Dabei sind Brigitte Zypries (Bundesministerin für Wirtschaft und Energie a.D.), Janina Mütze (Gründerin Civey), Mor Eini (Growth Manager bei APX), Dr. Shoshana Feingold-Studnik (Investorin bei Panthera und Initiatorin dieser Veranstaltung) und Ester Elias (Commercial Counselor, Leiterin der Wirtschafts- und Handelsmission der israelischen Botschaft in Berlin). Zudem stellen sich Startups aus Deutschland und Israel vor.

Nur 1,7 % des gesamten privaten Kapitals in der EU gingen an weibliche Gründer. Etwas besser ist das Verhältnis bei der Anzahl der Gründungen. Laut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind im langjährigen Mittel rund 20 % der Startups in Deutschland von Frauen initiiert. Die Nichtregierungsorganisation Start-up Nation Central (SNC) vermeldet für Israel 15 % der Startups, die Frauen oder gemischten Teams gründen. Zum Vergleich: Im OECD-Raum sind es nur 9,2 %. 

Dr. Shoshana Feingold-Studnik, Botschafterin bei GINSUM und Mitinitiatorin der Veranstaltung: „Sowohl für Israel als auch Deutschland gilt, dass der Frauenanteil im Startup-Ökosystem und besonders im Finanzierungsbereich unterrepräsentiert ist und so Talente nicht gleichermaßen genutzt werden und sich dies langfristig auf die Wirtschaft auswirken wird. Hier müssen tiefgreifende Veränderungen stattfinden. Wir unterstützen, dass Frauen sich auch auf internationaler Ebene austauschen, unterstützen und voneinander lernen können.“ Sarah Meyn von der Startup-Unit von Hamburg Invest ergänzt: „Gründerinnen gibt es in Deutschland und Israel vergleichsweise viele, aber angesichts eines Frauenanteils an der Bevölkerung von 51% ist noch viel Luft nach oben“.

Interessierte können sich hier den Female Impact Lunch anmelden!

Weitere Initiativen mit Israel und für Gründerinnen

Hamburg und Israel arbeiten bei der Unterstützung wissens- und technologiebasierter Startups eng zusammen. So trafen sich am 1. und 2. Dezember 2020 Branchenexperten aus Logistik, Mobilität, Luftfahrt und Wasserstoff aus Tel Aviv und Hamburg in einer digitalen Veranstaltung. Die Startup-Unit Hamburg lud zusammen mit der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer zu einer digitalen Roadshow ein. Für Dezember 2021 ist ein weiteres Treffen geplant.

Die Förderung von Gründerinnen ist darüber hinaus ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit der Startup-Unit Hamburg mit den anderen deutschen Startup Hotspots Berlin, Köln und München. Sie gründeten im vergangenen Herbst die Initiative #FemupStartups. Ziel ist es, den Anteil an Gründerinnen und Investorinnen in der deutschen Startup-Szene zu erhöhen. Alle vier Städte organisieren gemeinsam Events und Kampagnen, um das Thema in die breite Öffentlichkeit zu bringen.

Beitragsbild: Skyline von Tel Aviv

traceless erhält 2,42 Millionen Euro vom Europäischen Innovationsrat

Das von Dr. Anne Lamp und Johanna Baare gegründete Startup traceless materials hat eine ganzheitlich nachhaltige Materialalternative zu Plastik entwickelt. Nun erhält das junge Unternehmen die Zusage für eine Förderung in Höhe von 2,42 Millionen Euro und ein Investment des Europäischen Innovationsrats (EIC). Diese Unterstützung ermöglicht es dem Unternehmen, sein innovatives, natürlich kompostierbares Biomaterial schnell auf den Markt zu bringen.

traceless ersetzt Kunststoff und Biokunststoff in Produkten, die leicht in die Umwelt gelangen können, und trägt so zur Bekämpfung der globalen Plastikverschmutzung bei. In Europa werden derzeit nur 32,5 % der Kunststoffabfälle von Verbrauchern gesammelt und recycelt. 43 % des entsorgten Plastiks in Europa wird verbrannt, weitere 25% auf Deponien gelagert. Ein erheblicher Teil aller Kunststoffabfälle landet in der Umwelt und führt dort zu einer starken Verschmutzung der Meere und Lebensräume. Alternative Materiallösungen sind also dringend gefragt.

Johanna Baare und Dr. Anne Lamp, die Gründerinnen von traceless.
Johanna Baare und Dr. Anne Lamp, die Gründerinnen von traceless.

Die zum Patent angemeldete Technologie von traceless ermöglicht es, aus Reststoffen der landwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion ein Material herzustellen, das zu Hause und unter natürlichen Bedingungen kompostierbar ist. traceless ist biobasiert, verursacht jedoch keine Landnutzungsänderungen. Es benötigt keine umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffe oder Lösungsmittel und verursacht bis zu 87 % weniger CO2-Emissionen als konventioneller Neukunststoff.

Das neuartige Material ist bereits heute in seiner Qualität wettbewerbsfähig im Vergleich zu herkömmlichem Plastik und Bioplastik. Auf industriellem Produktionsniveau wird es auch preislich mit Neukunststoffen in der EU konkurrieren können. Die EIC-Förderung ist ein weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte des erst im September 2020 gegründeten Startups. Im Mai konnte traceless seine erste Finanzierungsrunde in Millionenhöhe verkünden, wenige Monate später eine exklusive Partnerschaft mit OTTO. Dort soll es voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022 kompostierbare Versandtüten geben.

Foto: traceless.

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