Warum ein Wettbewerb wie die STARTERiN Hamburg so wichtig ist
Mit der STARTERiN Hamburg haben wir einen Wettbewerb geschaffen, der Startup-Gründerinnen mehr Sichtbarkeit und ein größeres Netzwerk verschafft. Aber ist so ein Event exklusiv für Frauen überhaupt noch notwendig und zeitgemäß? Auf jeden Fall, wie der in diesem Jahr erschienene Female Founders Monitor zeigt. Er liefert eine Reihe gute Argumente dafür, dass Formate wie die STARTERiN wichtiger denn je sind.
Der Anteil von Frauen an Startup-Gründenden liegt in Deutschland bei nur 19 Prozent und ist im vergangenen Jahr sogar leicht zurückgegangen. Das ist die Kernaussage des Female Founders Monitors 2025, einer vom Deutschen Startup-Verband im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellten Studie. Dafür wurden deutschlandweit mehr als 1.800 Startup-Unternehmerinnen und -Unternehmer und rund 1.000 Studierende befragt. Den Female Founders Monitor könnt ihr hier herunterladen.
Gendergap öffnet sich schon früh
Drr Studie zufolge hat der Gendergap in der Startup-Welt, also der geringere Anteil von Gründerinnen, seine Wurzeln bereits in frühen Lebensphasen. Hier fehlt es an Vorbildern, das Bildungssystem bricht bestehende Muster nicht ausreichend auf. Ein weiterer Bremsfaktor für Gründerinnen sind die Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. Hier stehen die Frauen weiterhin vor strukturellen Barrieren. Zudem beeinflussen tradierte Rollenbilder die Karrierepräferenzen junger Menschen – und stellen bereits in der Jugend und im Studium die Weichen für den Gendergap im Startup-Ökosystem. Rund zwei Drittel der Startup-Gründer in Deutschland haben den Plan einer Gründung bereits als Jugendliche oder während des Studiums gefasst. Bei den Frauen ist der Anteil mit 43 Prozent deutlich niedriger.

Frauen setzen mit Blick auf ihren zukünftigen Job bereits im Studium andere Prioritäten als Männer (siehe Grafik oben). So streben 60 Prozent der Studentinnen einen sicheren Arbeitsplatz an, während das nur für 32 Prozent der männlichen Studierenden eine wichtige Rolle spielt. So zeigt sich, wie gesellschaftliche Erwartungen das Risikobewusstsein von Frauen und Männern unterschiedlich prägen. Das führt dann dazu, dass Frauen seltener früh den Weg in Richtung Startup gehen.
Berufliche Erfahrung ermutigt Frauen zur Gründung
Erst später im Beruf ändert sich der Blick der Frauen auf Startups: Ein Drittel der Gründerinnen fasst den Entschluss zur Gründung in den ersten Jahren der Berufstätigkeit, ein weiteres Viertel sogar erst im weiteren Karriereverlauf. „Es wird deutlich, dass Unternehmertum nicht am fehlenden Interesse scheitert – sondern an Rahmenbedingungen, die erst später in der Laufbahn zur Selbstständigkeit ermutigen. Frauen ziehen ihre Gründungsmotivation stärker aus beruflicher Erfahrung und wollen häufiger gesellschaftlich wirken“, kommentiert Jennifer Eschweiler, Gründungsexpertin der Bertelsmann Stiftung dieses Studienergebnis.
Vereinbarkeit und Vorbilder für den Kulturwandel
Der Report macht deutlich, dass es einen Kulturwandel braucht. Gründerinnen sehen den Gendergap häufiger als Problem als ihre männlichen Kollegen – 87 Prozent der Frauen sehen hier eine Herausforderung, während nur die Hälfte der Männer dies als Problem wahrnimmt. Interessant: In gemischten Teams steigt das Problembewusstsein der Männer auf 64 Prozent. Es zeigt sich, wie wichtig es ist, dass sich männlich geprägte Netzwerke weiter öffnen und diverser werden.

Eng verbunden mit dem Thema Kulturwandel ist die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. Die Familiengründung fällt zeitlich oft mit der Unternehmensgründung zusammen und Frauen leisten nach wie vor den Großteil der Care-Arbeit. Mit 81 Prozent der Gründerinnen und 60 Prozent der Gründer sehen beide Geschlechter hier den wichtigsten Hebel zur Erhöhung des Gründerinnenanteils. Auf dem zweiten Platz steht hier die Stärkung der Sichtbarkeit von Gründerinnen und damit die Schaffung von weiblichen Vorbildern (siehe Grafik oben). Genau hier setzt auch die STARTERiN Hamburg an.
Großer Nachholbedarf bei Investments
Seit 2017 hat sich die Zahl der Risikokapital-Finanzierungen für Startups mit mindestens einer Gründerin fast verdoppelt, das investierte Kapital sogar vervierfacht. Doch der positive Schein trügt, denn es fließen weiterhin 91 Prozent des Wagniskapitals in rein männliche Gründungsteams. Das zeigt zum einen, dass gezielte Maßnahmen zur Förderung von Frauen im Investmentbereich weiterhin notwendig sind, zum anderen weist es darauf hin, welches Potenzial für die nächste Wachstumsphase hier noch vorhanden ist.
„Deutschland kann es sich nicht leisten, auf das Potenzial von Frauen zu verzichten. Sie sind die größte stille Reserve unseres Landes“, sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes. „In Zeiten wirtschaftlicher Stagnation brauchen wir alle, die unsere Wirtschaft nach vorne bringen. Startups sind entscheidend, um neue Impulse zu setzen und wieder Dynamik zu entfalten. Mehr Gründerinnen bedeuten mehr Innovation in Deutschland.“
Wollt ihr dazu beitragen, dass Gründerinnen die verdiente Aufmerksamkeit bekommen und mehr Frauen den Sprung in die Startup-Welt wagen? Dann bewerbt euch jetzt für die STARTERiN Hamburg 2025!

Grafiken: Female Founders Monitor 2025









