Startup-Impressionen von der solutions.hamburg 2016

Digitalisierung ist Mannschaftsport für Unternehmen – das war das Motto der Konferenz solutions.hamburg 2016, die vom 7. bis 9. September 2016 stattgefunden hat. Und auch wenn sie bei diesem Ereignis nicht unbedingt im Mittelpunkt standen, spielen bei der Digitalisierung der Wirtschaft Startups eine wesentliche Rolle. Einige von ihnen haben wir bei unserem Besuch auf Kampnagel getroffen.

Auch 2016 fand die Solutions wieder auf Kampnagel statt.

Auch 2016 fand die solutions.hamburg wieder auf Kampnagel statt.

Die ersten Namen aus der Hamburger Startup-Szene fielen gleich in dem Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz. Kreditech, Sonormed, das Betahaus und einige mehr nannte Scholz beispielhaft für Gründergeist und neue Ideen in der Hansestadt. Nach ihm gehörte die Bühne einer Sportlegende, die leider viel zu wenig bekannt ist: Heiner Brand ist der Franz Beckenbauer des Handballs, ohne die Skandale. Als Trainer des Weltmeisterteams von 2007 erzählte er passend zum Motto der solutions.hamburg über seine Erfahrungen in der Führung von Mannschaften.

Olaf_Scholz

Olaf Scholz

Vom großen Saal K6 rüber in die Vorhalle, wo am Mittwoch im Hochschulpark Hamburger Unis ihre Projekte vorstellen konnten. Dabei auch das an der TU Harburg angesiedelte NIT, das Entrepreneurship in sein Studienprogramm eingebaut hat. Davon inspiriert, entwickelte der aus Mexiko stammende Student Rodrigo Hortega de Velasco seine App Swalk, die ein Problem lösen soll, das in seiner Heimat leider zum Alltag gehört: Wie finde ich einen sicheren Weg von A nach B? Auf dem Messestand wertete Rodrigo gerade aktuelle Verbrechensdaten aus Mexiko City aus. Dort soll die App ab Oktober erhältlich sein.

Rodrigo Hortega de Velasco von Swalk und Alina Gruhn vom NIT

Rodrigo Hortega de Velasco von Swalk und Alina Gruhn vom NIT

Das Thema, mit dem sich die Jungs von PuttView beschäftigen, ist weniger brisant, aber auch brandaktuell: Augmented Reality. Bei dieser Technik werden virtuelle Elemente in die reale Welt projiziert. PuttView nutzt dies, wie der Name schon ahnen lässt, um das Einlochen beim Golf zu simulieren. Gedacht ist die Erfindung hauptsächlich für Golflehrer und -clubs, aber wenn für die Visualisierung kein Beamer mehr benötigt wird und passende Brillen zum Massenprodukt werden, können Nutzer auch zu Hause das Putten üben.

Christoph Pregizer und Max Thams von PuttView

Christoph Pregizer und Max Thams von PuttView

Kein Startup mehr und nach eigenem Verständnis auch kein klassisches Unternehmen, sondern eine NGO, ist Viva con Agua. Für viele Startups gerade aus dem Foodbereich ist die Initiative sicherlich dennoch ein Vorbild. Die Initiative finanziert mit dem Verkauf von Mineralwasser zahlreiche Wasserprojekte und kann sich dabei auf Unterstützung von mehr als 10.000 Aktivisten verlassen, die wie ein Vertriebsaußendienst wirken. Damit dieser noch effizienter arbeiten kann, entwickelt Viva con Agua gerade zusammen mit SAP eine App, vorgestellt auf der solutions.hamburg am Donnerstag.

Eine Halle für das innovative Hamburg

Am Freitag gehörte die schon erwähnte Vorhalle, übrigens von Alexander Zissou mit rund 20.000 Luftballons eindrucksvoll geschmückt, dem „innovativen Hamburg“. Dabei natürlich jede Menge Startups wie SpiceVR, Breeze, LifeTime oder Yoints und tolle Projekte und Initiativen wie MLOVE, nextMedia.Hamburg oder der IFB Innovationsstarter.

Die Decke in der Vorhalle auf Kampnagel war mit mehreren Tausend Luftballons geschmückt.

Die Decke in der Vorhalle auf Kampnagel war mit mehreren Tausend Luftballons geschmückt.

AIRY stellte in diesem Rahmen einen neuen Pflanzentopf vor, in dem bis zu drei Gewächse nebeneinander Platz haben. Vom seit Anfang des Jahres erhältlichen Standardmodell wurden schon 20.000 Exemplare verkauft, die neue Version wird spätestens Anfang nächsten Jahres erhältlich sein. Beide Modelle sorgen für eine verstärkte Reinigung der Raumluft, und um die noch gezielter zu gestalten, bringt AIRY ebenfalls im nächsten Jahr in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut einen Sensor für den Hausgebrauch auf den Markt, der nicht nur exakte Luftmessungen ermöglicht, sondern auch gleich die passende Pflanze gegen den Mief empfiehlt.

Peer-Arne Böttcher und Helge B. Knickmeyer von AIRY

Peer-Arne Böttcher und Helge B. Knickmeyer von AIRY

Ein Herz für Technik hat Cybus und präsentiert sich scherzhaft als Parship für Maschinen. Für echte Menschen hingegen ist What the Data!? konzipiert, nach eigener Angabe Deutschlands größter Industrie-Hackathon 2016. Den veranstaltet unter anderem Cybus vom 23. bis 25. September. Die Teilnahme ist kostenlos, für Verpflegung wird gesorgt, und Teams können sich noch kurzfristig anmelden.

Peter Sorowka von Cybus

Peter Sorowka von Cybus

Bei Vilisto geht es nicht um die goldene Ananas, auch wenn die Südfrucht eine wichtige Rolle in einer aktuellen Marketingkampagne des Startups spielt. Vielmehr entwickelt das Unternehmen ein intelligentes Heizkörperthermostat. Das endgültige Design ist gerade in Arbeit und wird sicherlich rechtzeitig fertig zur Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter, die für Mitte Oktober geplant ist.

Christoph Berger, Johanna Maasackers und Daniel Schreiner von Vilisto

Christoph Berger, Johanna Maasackers und Daniel Schreiner von Vilisto

Die App von Familo ist ein internationaler Erfolg und überzeugt durch eine ausgeklügelte Software. Bei deren Entwicklung hat das Familio-Team so viel Know-how angesammelt, dass daraus jetzt ein weiteres Startup entstanden ist: onbyrd. onbyrd möchte sich als Dienstleister für mobile Produkte etablieren und präsentierte auf der Solutions ein erstes Projekt: eine App für Mitarbeiterkommunikation, besonders geeignet für Unternehmen, deren Mitarbeiter keinen festen Platz zum Arbeiten mehr haben und am besten über das Smartphone zu erreichen sind.

Cedrik Dudek und Marian Guz von onbyrd mit ca. 760 m&ms

Cedrik Dudek und Marian Guz von onbyrd mit ca. 760 m&ms

Zum Schluss setzen wir die Startup-Brille wieder ab und schauen uns die solutions.hamburg in ihrer Gesamtheit an: Drei Tage volles Programm mit 150 Ausstellern, 333 Sessions, 500 Speakern und 2.500 Teilnehmern, ermöglicht von einem tollen Team aus 200 Personen. Das hat der IT-Dienstleister Silpion mal wieder eine beeindruckende Veranstaltung über viele Bühnen gebracht. Die Krönung am Ende war natürlich das rauschende Sommerfest bei schönstem Septemberwetter. Silpion-Geschäftsführer Oliver-Arne Hammerstein fasst die drei Tage für uns so zusammen:

Wir freuen uns, dass wir mit der solutions.hamburg am Digitalstandort Hamburg Impulse setzen und geben dürfen!

Den Digitalisierungskongress solutions.hamburg 2016 haben wir bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Mit dem Thema „Mannschaftssport“ als wichtigem Erfolgsfaktor in den komplexen Transformationsprogrammen und -projekten haben wir alle wesentlichen Stakeholder auf einen gemeinsamen Kongress vereint und gemeinsam deutlich machen können, wie viel Potential in einer interdisziplinären Zusammenarbeit steckt!

Wir verstehen die solutions.hamburg als echten Plattformkongress. Unsere Partner gestalten ihren vierstündigen Beitrag inhaltlich, formatseitig und mit einer sehr guten Auswahl eigenständig und frei, aber gleichzeitig passgenau zum Gesamtthema „Digitalisierung ist Mannschaftssport für Unternehmen“. Und so wird die ganze Bandbreite an Themen erstens sichtbar und zweitens miteinander verknüpft. Themengebiete wie Recht, Beschaffung, Projektmanagement, Kommunikation, Führung und Leadership aber auch die wichtigsten technischen Aspekte bilden wenn man so will, die Baugruppen für den digitalen Wandel. Und nicht zu vergessen, die Menschen, Unternehmen und das weitgreifende Netzwerk bilden eine Grundlage für diese Aufgaben!

Ich kann sagen, dass die vorgenannten Ebenen und Akteure und deren Sichtbarmachung und Vernetzung diesen Kongress zu etwas Einzigartigem machen!

Die Anzahl der Teilnehmer, die Qualität der Speaker und Themen und persönlichen Kontakte hat die durchaus hoch gesetzten Erwartungen auf vielen Seiten übertroffen. Ein starkes Fundament für 2017! Und wir sind bereits in der Planung 😉

Oliver-Arne Hammerstein, Dominik Bührle und Patrick Postel von Silpion

Oliver-Arne Hammerstein, Dominik Bührle und Patrick Postel von Silpion

Wer jetzt Appetit bekommen hat auf die nächste solutions.hamburg: Es gibt bereits, aber nur für kurze Zeit, Super Early Bird Tickets, und zwar hier. Und wer bis September nächsten Jahres nicht warten möchte, für den hat Silpion mit dem Kickerturnier im Januar 2017 ein weiteres Spektakel im Angebot. Dafür ist sogar ein Weltrekordversuch angepeilt.

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