exaere gewinnt bei Female StartAperitivo 2026
Hamburg hat viele fabelhafte Gründerinnen. Das wurde wieder einmal deutlich bei Female StartAperitivo, dem Startup-Wettbewerb speziell für Frauen. In diesem Jahr diente er als Qualifikation für den bundesweiten Female Founders Contest. Eine Jury setzte das Recycling-Startup exaere auf den ersten Platz und schickt damit Yelda Nur Demirdöğen zum Finale nach Berlin.
Veranstaltet wird Female StartAperitivo (FSA) seit fünf Jahren vom Hamburg Investors Network (HIN). Dessen Aufgabe ist es, Investorinnen und Investoren mit Startups zu vernetzen. Nach wie vor haben es Gründerinnen schwerer als ihre männlichen Kollegen, Finanzierungsrunden abzuschließen. Eine Veranstaltung wie FSA dient deshalb auch als Schaufenster, alle Kandidatinnen nannten in ihren Pitches die Beträge, die ihre Unternehmen und Geschäftsideen entscheidend voranbringen würden.
Technologische Lösungen für viele Bereiche
Den Anfang machte Anina Tietjens von Anori Tech. Sie erklärte, dass Batteriehersteller häufig Aufträge ablehnen müssten, weil ihnen ein geeignetes Batteriemanagementsystem fehle. Das ist die zentrale Steuereinheit für wiederaufladbare Batterien. Anori Tech hat nun ein modulares System entwickelt, dass die Herstellung wesentlich vereinfacht. Auch so lässt sich Stress abbauen, ein Thema, das Parnian Fazel auf ganz andere Weise beschäftigt. Stress plagt rund 75 % der Bevölkerung und kann bis zu drei Jahre Lebenszeit kosten. Biohugs wertet Körperdaten aus, die sich heutzutage mit Wearables leicht ermitteln lassen, und leitet daraus Handlungsempfehlungen für ein stressfreieres Leben ab.




„Am Ende landen die Überreste im Sushi“ stellte Christina Linke in ihrem Pitch fest und meinte damit Partikel von handelsüblicher Schiffslackierung, die auch sonst wenig umweltfreundlich ist. Hinzu kommt eine überschaubare Haltbarkeit. Die ist bei dem Produkt von Clean Ocean Coatings deutlich länger, zudem verursacht es kein Mikroplastik und senkt sogar noch den Treibstoffverbrauch. Pitch Nummer 4 war der von exaere, auf den wir später noch zurückkommen. Als eine Art Datendolmetscher für die Brillenbranche stellte Alexandra Stella Kluge pickz.ai vor. Optiker und Brillenhersteller haben jeweils ihre eigenen Terminologien und Datensätze, die nicht so recht zusammenpassen. pickz.ai schlägt da eine Brücke, wovon auch die Endkunden profitieren.




Drei Startups, die schneller zum Ziel führen
„Warum kann KI kein Heilmittel gegen Krebs finden?“, fragte Jacqueline De Lora zum Auftakt ihres Pitches. Weil die Kapazitäten fehlen, die Vorschläge der KI umfassend zu testen, lautet die Antwort. Die Technologie von SURFACtoBioTech ermöglicht es nun, ein Vielfaches an Tests in einem Bruchteil der bisher üblichen Zeit durchzuführen. Bei einer Anwendungvin Schweden entstanden kürzlich rund 10.000 Daten in nur vier Minuten. Schnelligkeit beim Umgang mit Daten ist auch das Geschäftsmodell von Aurelytix. Gründerin Anusha Akkina hat dabei die Personen in Unternehmen im Fokus, die sich um die Finanzen kümmern müssen. Dank KI sind sie immer auf dem aktuellen Stand und können Engpässe rechtzeitig erkennen und vermeiden. Wohnungsmangel ist ein großes Thema unserer Zeit. Die Art zu bauen muss sich ändern und 3D-Drück könnte eine Lösung des Problems sein. Das Drucksystem von 3D-bautec, vorgestellt von Jacqueline Orner, ist besonders flexibel, vor Ort einsetzbar und auch noch umweltfreundlich, weil es praktisch keinen Ausschuss verursacht.
exaere überzeugt mit bahnbrechender Recycling-Technologie

Die Jury, in der viele Investorinnen und Investoren saßen, hatten also die Qual der Wahl bei diesem hochkarätig besetzen Teilnehmerinnenfeld. Die Nase vorm hatten schließlich exaere und Yelda Nur Demirdöğen. Sie verfolgt ein Ziel, das auch die EU vorgegeben hat, nämlich die Verringerung der Abhängigkeit von Importen von seltenen Erden, beispielsweise aus China. Durch eigene Vorkommen in Europa ist das nicht zu erreichen, eher schon durch Recyling. exaere entwickelt hier ein biotechnisches Verfahren, das ein enormes Marktpotenzial hat, zumal es sich auch bei anderen Metallen anwenden lässt. Wie groß das Potenzial von Yelda beim Female Founders Contest ist, wird sich am 10. September in Berlin zeigen. Wir drücken für das Finale auf jeden Fall die Daumen!








