EY Startup Barometer: Mehr Geld für Startups – aber nicht in Hamburg
Gute Nachrichten verkündet das aktuelle EY Startup Barometer: Startups aus Deutschland erhielten im Jahr 2025 knapp 8,4 Milliarden Euro Risikokapital – über 1,3 Milliarden mehr als in den zwölf Monaten zuvor. Das entspricht einem Plus von 19 %. Schlechte Nachrichten allerdings für Hamburg: Hier setzt sich der Abwärtstrend der letzten Jahre fort.
Mehr Geld mit weniger Deals
Nachdem die Investitionen in Startups 2022 und 2023 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 deutlich eingebrochen waren, markiert 2025 damit das zweite Jahr in Folge mit einem deutlichen Plus. Trotzdem ist die Anzahl der Finanzierungsrunden bereits im vierten Jahr in Folge rückläufig. 716 waren es 2025, im Jahr davor noch 755. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2021 lag die Zahl der Investitionsrunden noch bei 1.160.

Die positive Entwicklung bei der Investitionssumme ist auf die Zunahme großer Deals zurückzuführen. Im Gesamtjahr 2025 gab es 18 Großinvestitionen mit einem Volumen von jeweils mindestens 100 Millionen Euro, sechs mehr als im Vorjahr. Rückläufig war hingegen die Zahl der kleinen Deals von bis zu einer Million Euro: von 440 auf 430. Während der Jahresvergleich zumindest bei der Investitionssumme eine positive Tendenz zeigt, ergibt der Halbjahresvergleich ein etwas anderes Bild: So lag die Zahl der Transaktionen in der zweiten Jahreshälfte mit 318 deutlich niedriger als im ersten Halbjahr, als 398 Investitionsrunden registriert wurden. Weniger Finanzierungsrunden wurden zuletzt in der ersten Hälfte des Jahres 2018 gezählt. Und: Die Investitionssumme sank von 4,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 3,8 Milliarden Euro in der zweiten Jahreshälfte.
Bayern festigt seine Spitzenposition vor Berlin
Die drei größten Investitionssummen in den vergangenen zwölf Monaten gingen an Technologie-Startups. So konnte Helsing aus München mit seiner KI für den Rüstungssektor wie schon im Vorjahr die größte Finanzierungssumme einsammeln, nämlich 600 Millionen Euro und damit 150 Millionen Euro mehr als 2024. Dahinter folgen mit Green Flexibility aus Kempten (400 Millionen Euro, Energy) und Tubulis aus Planegg (344 Millionen Euro, BioTech). Alle drei Top-Investitionsrunden des Jahres 2025 gingen damit an Startups aus Bayern. Mit insgesamt 340 Millionen Euro aus zwei Runden für seine Drohnen gehört Quantum Systems aus Gilching ebenfalls zu den großen Gewinnern. Insgesamt finden sich unter den Top-10-Finanzierungsrunden sechs Startups aus Bayern, zwei aus Berlin und eines aus Baden-Württemberg.

Auch wenn Startups aus der Hauptstadt damit wieder in der Top Ten mitspielen, in der sie im vergangenen Jahr gar nicht vertreten waren, bestätigt sich die Wachablösung: Startups aus Bayern sammelten im Jahr 2025 insgesamt 3,3 Milliarden Euro ein (plus 969 Millionen Euro). Berliner Jungunternehmen kamen im selben Zeitraum auf knapp 2,7 Milliarden Euro (plus 507 Millionen Euro). Bei der Zahl der Finanzierungsrunden liegt allerdings weiterhin Berlin vorn. Insgesamt wurden hier im Jahresverlauf 218 Abschlüsse gezählt, das sind zwar 38 weniger als im Vorjahr, aber 69 mehr als in Bayern (148 Deals).
Hamburg fällt deutlich zurück
Aktuell stehen Bayern mit 39 % (plus sechs Prozentpunkte) und Berlin mit 32 % (plus einen Prozentpunkt) für mehr als 70 Prozent der Gesamtfinanzierungssumme im deutschen Startup-Ökosystem. Auf Rang drei folgt Baden-Württemberg (852 Millionen Euro, plus 285 Millionen Euro). Nordrhein-Westfalen verzeichnete im vergangenen Jahr zwar mehr Finanzierungsrunden als im Vorjahr (Anstieg von 78 auf 97), das Investitionsvolumen sank allerdings von 951 auf 733 Millionen Euro. In Hessen blieb die Zahl der Finanzierungen mit 47 auf dem Niveau des Vorjahres – das Investitionsvolumen schrumpfte aber ebenfalls deutlich – von 343 auf 190 Millionen Euro.

Und wo steht Hamburg? Im Ranking der Bundesländer bei den Finanzierungsrunden mit 50 auf dem fünften Platz. 2024 waren es 60. Besonders ernüchternd ist das Ergebnis bei den Investitionsvolumina. Mit 176 Millionen Euro reicht es nur für Platz sechs. Alarmierend ist dabei der Vergleich mit 2025, wo 412 Millionen Euro eingesammelt werden konnten, 2023 waren es noch 489 Millionen und 2022 sogar 547 Millionen Euro. Hier ist also seit Jahren ein Rückgang zu beobachten, der 2025 mit deutlich über 50 % besonders dramatisch ausfiel. In der Rangliste der Städte platziert sich Hamburg nicht nur hinter Köln und Stuttgart, sondern auch hinter Freiburg und den schon erwähnten Kempten und Gilching (Planegg wird hier offensichtlich München zugeordnet). Der Hansestadt fehlt ein Startup, das auch nur annährend in den dreistelligen Millionenbereich vordringt.
Software boomt weiter dank KI

Künstliche Intelligenz ist aus Sicht der Investoren weiter eines der vielversprechendsten Felder für Investitionen: Deutsche Jungunternehmen aus dem Bereich Software & Analytics erzielten ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro – fast 450 Millionen Euro (plus 20 Prozent) mehr als im Vorjahr. Aus diesem Milliardenkuchen sichert sich Hamburg ein Stück in der Größe von 69 Millionen Euro. Dahinter folgt der Energy-Sektor, dessen Startups ein Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro realisierten – 359 Millionen Euro (plus 43 %) mehr als im Jahr 2024. Platz drei belegt der Health-Sektor: Die Jungunternehmen aus dieser Branche konnten deutschlandweit knapp 1,1 Milliarden Euro einsammeln, 116 Millionen Euro (plus zwölf Prozent) mehr als 2024.
Hier könnt ihr euch das EY Startup Barometer für 2025 herunterladen.
Grafiken: EY Startup Barometer







