HSV feiert Erfolg mit seinem ersten Tech & Innovation Day
War der 27. Oktober 2026 ein erfolgreicher Tag für den HSV? Für die Profifußballer nicht, schließlich gab es eine Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal. Ein echter Erfolg war dagegen der erste HSV Tech & Innovation Day, vor allem für die drei Startups, die den Pitchwettbewerb gewannen: Visiolab, #IAMPLASTICFREE und COBACK.
Der HSV und der Innovationsstandort Hamburg
Der HSV Business Club hat über 500 Mitglieder, vom Dax-Konzern bis zum Handwerksbetrieb ist alles dabei. Bei der ersten Ausgabe des HSV Tech & Innovation Day im Volksparkstadion wurde ihnen ein attraktives und abwechslungsreiches Programm geboten. Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard war für ein Grußwort angereist, erinnerte an das legendäre 4:4 gegen Juventus Turin in der Champions-League und lobte den Innovationsstandort Hamburg. Um den ging es auch bei einer Panel-Diskussion mit HSV-Vorstand Dr. Eric Huwer und Prof. Dr. Dr. h. c. Beate Heinemann, Leiterin des Forschungszentrums DESY. Das bildet das Zentrum der Science City Bahrenfeld und ist räumlich nicht weit entfernt vom Volksparkstadion. Auch sonst zeigten sich einige Gemeinsamkeiten von Fußballverein und Wissenschaftseinrichtung, etwa das Streben nach Innovation und der optimistische Blick in die Zukunft.

In zwei Impulsvorträgen sprachen Christian Wiebus vom Halbleiterhersteller NXP über erleichterte Einlasskontrollen durch automatische Ticketerkennung und Christian Hattermann von der Digitalisierungsberatung Prodware über die wachsende Bedeutung von KI im Arbeitsalltag. Schließlich schilderte Chef-Scout Sebastian Dirscherl, welche Herausforderungen er bei der Kaderzusammenstellung zu meistern hat. Der HSV Tech & Innovation Day wurde unter Federführung von Dr. Sebastian Flegr entwickelt, der beim HSV seit Juni als Direktor Strategie, Innovation & Digital an Bord ist. Christoph Hüning und Nico Lumma vom NMA.vc haben zusammen mit dem HSV das Konzept umgesetzt. Für die Startups war das Event hoch attraktiv: Über 70 hatten sich für einen dreiteiligen Pitchwettbewerb beworben, insgesamt neun für das Finale qualifiziert.
Visiolab ermöglicht das beste Stadionerlebnis

Als erstes stand die Kategorie „Stadium Experience“ auf der Agenda. Die beginnt in gewisser Weise schon bei der Anreise, denn überfüllte öffentliche Verkehrsmittel oder besetzte Parkplätze trüben erstmal die Stimmung. Road2Gig aus Oldenburg bietet eine angenehmere Alternative: Mitfahrgelegenheiten zu Großveranstaltungen wie Fußballspielen und Konzerten. Ein Problem haben gleich zwei Startups aufgegriffen: Wer sich in der Halbzeitpause Bier oder Bratwurnst besorgen will, verbringt oft zu viel Zeit in der Warteschlange und verpasst vielleicht ein entscheidendes Tor. Weitestgehend automatisierte und damit beschleunigte Bestell- und Bezahlvorgänge können das verhindern. Autonomo aus Hamburg hat die entsprechende Techologie bereits in autonomen Supermärkten erprobt, Visiolab aus Osnabrück kann schon einige Kunden aus amerikanischen Profiligen vorweisen. Diese Referenzen gaben den Ausschlag bei der Jury, Visiolab zum Sieger dieser Kategorie zu küren.
#IAMPLASTICFREE überzeugte am nachhaltigsten

Die nächste Kategorie trug den Titel „Sustainability & Resposnsibility“. Hier hatten sich gleich drei Startups aus Hamburg qualifiziert. Viele Menschen haben Geräte gekauft, die sie kaum benutzen. Leihen wäre da die bessere Alternative gewesen, etwa beim Nachbarn oder der Kollegin. Über fainin ist das möglich, und eine automatische Versicherung sorgt für Risikominimierung für die Verleihenden. Ihre Energiekosten und CO2-Emissionen können Industrieunternehmen über die Plattform flexOn des Startups encentive reduzieren. Künstliche Intelligenz sorgt für optimales Energiemanagement. Den Jurypreis sicherte sich #IAMPLASTICFREE für seinen Einsatz gegen Plastikmüll. Angefangen hat es mit Trinkhalmen aus Holzfasern und Zucker, die nicht gleich aufweichen. Inzwischen umfasst das Angebot auch Becher, Besteck und weitere Einwegprodukte aus der Gastronomie. Mehr als 10 Millionen Stück wurden bereits verwendet.
COBACK gewinnt die KI-Kategorie

Künstliche Intelligenz spielt bei vielen Startups inzwischen eine wichtige Rolle, vor allem aber bei den drei Kandidaten der Kategorie „AI Tools & Smart Solutions“. Navar aus Hamburg erstellt KI-Zwillinge von Führungskräften, um deren Know-how allen im Unternehmen rund um die Uhr verfügbar zu machen. Permanente Erreichbarkeit ist auch ein Argument für die KI-Agenten von telli aus Berlin, die Kundenanrufe beantworten. Über 150 Unternehmen nutzen den Service bereits. Compliance, also die Einhaltung von Regeln und Gesetzen, ist eine Grundvoraussetzung für seriöse Unternehmensführung. Leider ist sie sehr zeitaufwendig und fehleranfällig, da ständig neue Vorschriften hinzukommen. Das Dresdener Startup COBACK hat eine Softwarelösung entwickelt, die regulatorisch immer auf dem neuesten Stand ist und wesentliche Prüfungsaufgaben übernimmt. Belohnt wurde sie mit dem Jurypreis.
Mit der Preisverleihung ging der offizielle Teil des HSV Tech & Innovation Day 2026 zu Ende. Anschließend boten sich beste Gelegenheiten zu Netzwerken – und dann war da ja noch das Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt. Das ging bekanntlich 1:3 verloren, aber für die nächste Ausgabe dieser Veranstaltung, die hoffentlich kommen wird, muss ja auch noch Luft nach oben bleiben.
Beitragsbild: Veranstalter und Jury freuen sich über einen gelungenen HSV Tech & Innovation Day








