Bis zu 3,3 Millionen Euro von Branchenexperten für ValueGrain
Großer Erfolg für das Startup ValueGrain, das Treber, ein Nebenprodukt des Brauprozesses, upcycelt! Eine Seed-Finanzierungsrunde, an der branchenaffine Investoren beteiligt sind, bringt bis zu 3,3 Millionen Euro. Das Geld soll in den Ausbau des Teams und des Produktangebots fließen.
Angeführt wird die Runde von Bernhard Schadeberg, der als geschäftsführender Gesellschafter der Krombacher Brauerei, zu den führenden Köpfen der Branche zählt. Er steigt mit einem mehrstufigen Investmentpaket von bis zu 3 Millionen Euro als strategischer Partner bei ValueGrain ein. Weitere 300.000 Euro stammen vom Bestandsinvestor Joachim Friedsch, Inhaber des global agierenden Unternehmen Fristam aus Bergedorf, das unter anderem Pumpen für die Getränkeherstellung fertigt. Die Bewertung des Startups erreicht damit 10,3 Millionen Euro.

Tim Gräsing, einer der Gründer und CEO von ValueGrain, kommentiert die Finanzierungsrunde folgendermaßen:
„Wenn sich der geschäftsführende Gesellschafter der wohl bekanntesten Biermarke Deutschlands begeistert von unserem Ansatz zeigt, bestätigt das unsere Arbeit der letzten Jahre. Die Brauindustrie braucht jetzt pragmatische, innovative Lösungen, die echten Value generieren. Mit Bernhard Schadeberg gewinnen wir nicht nur einen Investor, sondern auch einen der erfolgreichsten Unternehmer der Industrie als Mentor. Gemeinsam werden wir das Upcycling des Nebenstroms Treber auf ein neues, industrielles Level heben.“
ValueGrain schließt Umsatzlücke von Brauereien
ValueGrain hat eine Technologie entwickelt, die Biertreber zu einem neuen Verwendungszweck verhilft. Statt als Futtermittel oder in Biogasanlagen zu landen, macht das Startup daraus eine Zutat für die Lebensmittelproduktion. Diese kann ergänzend oder als Ersatz verwendet werden, beispielsweise bei Backwaren oder Hybridfleisch und Fleischalternativen. Wirtschaftlich ist das für viele Brauereien attraktiv, die mit sinkender Nachfrage zu kämpfen haben. Laut Statistischem Bundesamt ging der Bierabsatz im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 6,0 % oder 497,1 Millionen Liter auf rund 7,8 Milliarden Liter zurück.
Bei ValueGrain stehen die Zeichen dagegen auf Wachstum. Mit dem frischen Kapital will das Startup die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorantreiben sowie das Team sukzessive ausbauen. Ziel ist es, weitere Anwendungen im Lebensmittelbereich für die Zutat zu finden und skalierbare Logistik-Lösungen zu etablieren, welche die Produktion vor Ort in den Brauereien noch einfacher und attraktiver macht. Ein wichtiger Meilenstein wird die Zusammenarbeit mit der Krombacher Brauer sein. An deren Standort im nordrhein-westfälischen Kreutztal fallen jährlich bis zu 100.000 Tonnen Treber an. Hinzu kommt der Treber-Ausstoß der Brauerei Gebr. Maisel, der Geschäftsführer Jeff Maisel ein Bestandsinvestor von ValueGrain ist. Insgesamt sichert sich das Startup damit perspektivisch den Zugriff auf knapp 10 Prozent des gesamten in Deutschland anfallenden Trebers.
Foto: ValueGrain








