AiDiA 2026 zeigte: Mehr ist mehr!
„Think beyond“ lautete das Motto von AiDiA 2026. Was konkret bedeutete, dass das 2022 als Pitch-Wettbewerb für afrodeutsche Gründerinnen und Gründer gestartete Event erstmals als zweitägige Veranstaltung inklusive umfangreichem Konferenzprogramm stattfand. Sein besonders Flair hat AiDiA dabei behalten: Es war wieder ein rauschendes Fest, das Business und Kultur zusammenbrachte!
Vergangenen Freitag bestätigte Hamburg einmal mehr sämtliche Klischees bezüglich des Wetters. Bei eher frischen Temperaturen wechselten sich heftige Regenschauer mit sporadischen Sonnenstrahlen ab, und zuweilen wehte ein kräftiger Wind. Zum Glück lag die MS Stubnitz, Schauplatz des ersten Tages des „Business & Culture Fest“ von AiDiA, fest verankert am Elbufer nahe der Elbbrücken. Einige Gäste meinten trotzdem ein leichtes Schwanken zu verspüren. Das mag aber auch an dem turbulenten Programm gelegen haben, denn die Konferenz bot neben Panels und Keynotes einige Musik- und Comedy-Acts, die für ausgelassene Stimmung sorgten.
AiDiA präsentierte Schwarze Vorbilder für Unternehmertum

Im Mittelpunkt standen aber Businessthemen, bei denen es um die Herausforderungen von Gründerinnen und Gründern im Allgemeinen und von Schwarzen Unternehmerinnen und Unternehmern im Speziellen ging. Besonders groß war der Andrang bei zwei Speakern, die als echte Vorbilder dienen können. David Kwasi Owusu hat einst die Autos reicher Leute am Hamburger Flughafen eingeparkt und ist inzwischen erfolgreicher Immobilienmakler mit über 30 Mitarbeitenden. Noch eindrucksvoller ist der Aufstieg des Briten Dean Forbes. Als Teenager war er zeitweise obdachlos, als Unternehmer hat er es zu drei Exits gebracht, die insgesamt mehr als 2 Milliarden Euro wert waren. Zurzeit ist er CEO das Softwareunternehmens Forterro.

Zu einem Vorbild für junge Frauen könnte Diana Oladipupo. Die 18-jährige Schülerin aus Berlin hat einen Nagellack entwickelt, der sich problemlos von der Haut abwaschen lässt. Ideal für alle, denen aus beim Auftragen an Präzision fehlt. Dafür bekam sie den mit 2.000 Euro dotierten Hauptpreis beim Idea Pitch, der in das Konferenzprogramm eingebettet war. Sie setzte sich damit unter anderem gegen die Hamburgerin Keziah-Naomi Tsagli von waymaker stories durch, die auch schon das Finale bei unserem Wettbewerb STARTERiN 2025 erreicht hatte. Ebenfalls dabei waren Speedaid aus Ghana mit einer Plattform für Notfalltransporte, Nhare Tech aus Simbabwe mit einem Gerät für besseren Telefonempfang und Beeva AI mit einer App für die Pflege dunkler Haut.
Wieder beste Stimmung beim Founder Pitch
Während AiDiA mit der Konferenz zumindest in Teilen Neuland betrat, setzte es am Samstag mit den Founder Pitch auf ein bewährtes Konzept. Und das völlig zu Recht, schließlich begeisterte die Mischung aus klassischer Startup-Präsentation und Kulturfestival schon bei der Premiere im Jahr 2022. Aus ganz Deutschland war wieder die Schwarze Community gekommen, dieses Mal in die Friedrich-Ebert-Halle in Harburg. Die Stimmung war ausgezeichnet; schon der erste Pitch wurde so oft von Szenenapplaus unterbrochen, dass die Moderatorin Alexandra Antwi-Boasiako das Publikum bat, sein Temperament etwas zu zügeln, um den Startups nicht zu viel von ihrer wertvollen Zeit zu nehmen. Die war nämlich streng auf fünf Minuten begrenzt. Waren die rum, fing wie gewohnt die Band zu spielen an – die charmanteste Form, eine Präsentation zu beenden.






In diesem Jahr war die Vielfalt der Ideen und Geschäftsmodelle besonders groß. Afro Drinks by Bam aus Bochum, gegründet von Kocou Ben Aziabou und Marya Esita Kapenda, wagt sich auf den ebenso großen wie überfüllten Markt für Erfrischungsgetränke. Für einen afrikanischen Hibiskusdrink könnte dort allerdings noch Platz sein. Ähnliche Hoffnungen hegt Duafe Haircare aus Berlin. Die Gründerin Alicia Akosua Kinne ist nicht die erste, die Pflegeprodukte für Afro-Haare anbietet, will sich aber mit natürlichen und hormonsicheren Inhaltsstoffen von den Mitbewerbern absetzen. Eine App für die Dokumentation von Informationen aus dem Pflegealltag stellte Zeinab Mader vor. Sie bringt mehr als 15 Jahre Branchenerfahrung in ihr in Bad Homburg gegründetes Startup YANA ein.
30.000 Euro für Technologie für günstigeren Wasserstoff
Den dritten Platz sicherte sich das Vater-Tochter-Gespann von Lankai Ltd. Prof. Dr. Moses Yartey Mensah ist der Erfinder bei diesem Duo. Er hat eine Maschine gebaut, der sich aus Kokosnussschalen Aktivkohle gewinnen lässt. Die wird in seinem Heimatland Ghana in Goldminen zum Filtern verwendet und bisher importiert. Dr. Hedda Ofoole Knoll, die Tochter, kümmert sich hauptsächlich um den Vertrieb und konnte zwei Absichtserklärungen von Goldminen vorweisen. Trashcoin aus Nigeria erzielt bereits Umsätze, und zwar mit einer Plattform für das Recycling von Plastikmüll, wie CCO Olamide Phebe Ilesanmi berichtete. Die Pitch-Jury belohnte das mit dem zweiten Platz.

Der Sieg und damit ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro ging an Hynovy aus Mühlheim an der Ruhr. CCO Darryl Mbolo überzeugte mit einer Technologie, welche die Produktion von Wasserstoff kostengünstiger und energiesparender macht. Das gelingt mit einer Elektrode, die zudem noch preiswerter ist als vergleichbare Modelle, da für ihre Herstellung keine seltenen und damit euren Mineralien verwendet werden. Mehr als fünf Jahre Forschungsarbeit sorgen für einen komfortablen Wissensvorsprung vor potenziellen Mitbewerbern. Für Hynovy gab es also allen Grund zu feiern, aber das galt selbstverständlich auch für alle anderen Startups, das Publikum und nicht zuletzt das famose AiDiA-Team. Der Auftritt von Stonebwoy, einem der populärsten Musiker Ghanas brachte dann auch den ganzen Saal zum Tanzen. Ein schönes Ende einer gelungenen Veranstaltung, die den Sprung zum zweitägigen Event geschafft hat und gerne noch weiter wachsen kann!
Beitragsbild: Gruppenfoto vom Idea Pitch









