AIMI automatisiert Analyse für Immobilientransaktionen mit KI
Mit künstlicher Intelligenz kann doch heutzutage jeder arbeiten, wozu braucht es da noch Unternehmen, die einen solchen Service anbieten? Weil eine generalistische KI vieles kann aber nur weniges fehlerfrei, antworten dann Startups wie AIMI. Das hat sich auf den Immobilenbereich spezialisiert und verspricht einen Rundumservice bei Transaktionen.
Startup-Unternehmer statt Schiffskapitän
Prädestiniert jemanden die Ausbildung zum Kapitän dazu, später einmal das Ruder bei einem Startup zu übernehmen? Nicht unbedingt, aber bei Jannick Stachowiak stand sie zumindest am Anfang einer Karriere, die ihn über ein Studium der Wirtschaftsingenieurswissenschaften zu großen Unternehmensberatungen wie KPMG und EY führte. Dort bekam er den Einblick in viele verschiedene Branchen, die aber alle vor den gleichen Herausforderungen standen. Überall müssen unübersehbar vielen Daten gesichtet und ausgewertet werden, um Projekte auf den Weg zu bringen und Transaktionen abzuschließen.

Automatisierung und Digitalisierung können da Abhilfe schaffen, ein Themenbereich, mit dem sich Jannick seit 2022 bei Beiersdorf beschäftigt und der seiner Technikbegeisterung entgegenkommt. Zunächst bediente er sich dabei der Robotergesteuerten Prozessautomatisierung (RPA). Bei der RPA übernehmen sogenannte Softwareroboter repetitive, manuelle, zeitintensive oder fehleranfällige Tätigkeiten. Als Ende 2022 erstmals ChatGPT online ging, war ihm schnell klar, dass die neue Technologie noch wesentlich weitereichende Vereinfachungspotenziale bot. Die Idee, diese zu Nutzen und daraus ein eigenes Geschäftsmodell zu entwickeln, führte Mitte 2024 zur Gründung von AIMI.
Bei der Auswertung kommt es bei AIMI auf jede Fußnote an
Der Fokus auf die Immobilienbranche ist einem Gründungspartner zu verdanken, der reichlich Erfahrung aus diesem Bereich mitbringt, momentan aber noch ungenannt bleiben möchte. Wie eingangs erwähnt, ist eine Spezialisierung für jedes KI-Startup essenziell, um am Markt reüssieren zu können. AIMI bietet da gleich mehrere Unterscheidungsmerkmale. So kann die Software nicht nur digital vorliegende Daten, etwa aus Excel-Tabellen, aufräumen und strukturieren. Sie ist auch in der Lage, die Aussage von Grafiken zu erkennen, handschriftliche Notizen zu entziffern oder abfotografierte Baugenehmigungen auszuwerten.
Außerdem kennt AIMI alle rechtlichen Grundlagen und Verordnungen bis auf die Fußnoten genau. Und das sind eine ganze Menge, in jedem der 16 Bundesländer gelten andere Regeln. Beispielsweise sind in Bayern die wesentlichen Vorschriften zum Brandschutz in der Bayerischen Bauordnung niedergeschrieben, es gibt aber auch noch Sonderbauvorschriften für spezielle Einzelfälle. Da verlieren selbst erfahrene Juristen mal die Übersicht, weshalb sie eine der Zielgruppen des Startups bilden. Ebenfalls angesprochen werden alle, die sich mit der Projektentwicklung und der Transaktion, als Kauf und Verkauf, von Grundstücken, Immobilien oder sogar ganzen Unternehmen beschäftigen.

2026 soll für AIMI das Jahr des Wachstums werden
Für sie analysiert AIMI, welche Chancen und Risiken sich ergeben und im welchen Preisrahmen sich eine Transaktion realistischerweise bewegen sollte. Auch auf die Frage „Was kostet der Elbtower?“ könnte die KI eine einigermaßen realistische Antwort geben – wobei sich da bekanntlich die Nachrichtenlage ständig ändert. Ein erster Pilotkunde konnte bereits Ende 2024 überzeugt werden. Inzwischen sind es um die 20, vier sind bereits zu festen Kunden geworden. Abgerechnet wird anhand des Umfangs der auszuwertenden Datenräume. Über einen Onlinerechner auf der Webseite lässt sich schnell ermitteln, welche Ersparnisse möglich sind, monetär und zeitlich.
Um dem Startup noch mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und Vertrieb und Marketing voranzutreiben, ist seit Januar 2026 Fynn Tiekötter dabei, der sich noch im Masterstudium an der Uni Hamburg befindet und unter anderem ein Praktikum bei Otto absolviert hat. Das wichtigste Unternehmensziel für das Jahr 2026 ist die Gewinnung von 20 festen Kunden. Theoretisch könnte die Lösung von AIMI auch in anderen Branchen Anwendung finden, Datenchaos herrscht fast überall. Aber es sei noch einmal gesagt: Besser eine KI, die in einem Bereich alles kann, als eine, die in allen Bereichen irgendwas kann.








