Exaere gewinnt beim dritten Future Founder Demo Day
Hamburg hat wieder Lust auf Pitches! Das wurde beim dritten Demo Day des Förderprogramms Future Founder deutlich, denn die Factory Hammerbrooklyn war zu diesem Anlass äußerst gut besucht. Zu sehen gab es eine Reihe von Präsentationen von Hochschulprojekten, aus denen Startups entstehen könnten. Am meisten überzeugte Exaere mit einer Technologie, die das Recyceln von seltenen Erden ermöglichen soll.
An den Hochschulen schlummert viel Startup-Potenzial
Future Founder gibt es seit gut einem Jahr. Es ist das erste Förderprogramm von Impossible Founders, entstanden zu einer Zeit, als die Hamburger Startup Factory offiziell noch gar nicht existierte. Es richtet sich an Studierende der Hochschulen aus der Metropolregion Hamburg, die aus während des Studiums entstandene Projekte marktreife Startups machen wollen. Das dreimonatige Programm hilft ihnen dabei, die dafür benötigten Grundkenntnisse zu erwerben und Prototypen zu bauen. Für die aktuelle Runde hatten sich neun Teams mit 25 Mitgliedern von sieben Hochschulen qualifiziert.

Welches Potenzial dort schlummert, wurde im Vorprogramm deutlich, bei dem sich weitere fünf Projekte kurz vorstellten, die nicht an Future Founder teilgenommen hatten. In einer Keynote stellte zudem Dr. Sanaz Bahari Javan ihr Startup VitaSeq vor, mit dem sie bereits bei unserer STARTERiN-Konferenz vergangenen Dezember für Aufsehen gesorgt hatte. VitaSeq hat einen Test entwickelt, der die Veranlagung für Alzheimer erkennt, bevor die Krankheit ausbricht, und bietet damit ein Beispiel dafür, wie sich Ergebnisse aus der Forschung kommerziell nutzen lassen.
Die Top 4 aus dem 3. Programm von Future Founder
Von den neun aktuellen Future Founder-Teams bekamen vier die Gelegenheit zu pitchen. UMI zeigte ein Herz für das Verkaufspersonal in der Automobilbranche. Das verbringt bis zu einem Drittel seiner Arbeitszeit mit administrativen Aufgaben, statt sich um die Kundschaft zu kümmern. Ein sprachgetriebener KI-Assistent soll da Hilfe leisten und den täglichen Zeitaufwand auf 15 Minuten verkürzen, anwendbar auch in anderen Branchen. Ebenfalls eine große Zeitersparnis verspricht espectroAI, und zwar bei der Auswertung von Daten aus der Spektroskopie. Bei diesem Verfahren werden Strahlungen analysiert, in vielen Bereichen der Forschung und Wissenschaft sowie in Zusammenhang mit der Produktion von High-Tech-Geräten. Die Auswertung durch den Menschen kann viele Tage dauern, KI soll den Prozess auf Minuten verkürzen.




Einen einsatzbereiten Protyp brachte das Team SafeWalker mit, und zwar einen Elektro-Rollator. Das Gefährt ist aus der Erfahrung heraus entstanden, dass herkömmliche Rollatoren älteren Menschen nicht genug Sicherheit bieten, sodass es immer wieder zu Unfällen kommt. Als Abnehmer peilt SafeWalker unter anderem Pflegeheime und Flughäfen an. Alle Pitches wurden von einer Fachjury mit Fragen begleitet und anschließend beurteilt, auch das Publikum durfte abstimmen. In beiden Fällen fiel die Wahl auf Exaere. Hier überzeugte vor allem das große Marktpotenzial. Schließlich stecken seltene Erden in vielen modernen Technologieprodukten, etwa in Computern, Handys und Elektromotoren. Diese Metalle sind entsprechend begehrt, lassen sich aber kaum aus Altgeräten herauslösen. Entsprechend groß die Abhängigkeit von Ländern wie China, das für manche seltene Erden fast ein Monopol besitzt. Mit einem biochemischen Verfahren möchte Exaere Recycling möglich machen und so die Importabhängigkeit deutlich reduzieren.
Man darf gespannt sein, welches der vorgestellten Projekte tatsächlich zu einem echten Startup heranreift. Wie es mit Future Founder weitergeht, ist dagegen sicher: Schon im April geht es in die nächste Runde, Bewerbungen sind noch möglich.








