LeadScraper verhilft mit KI zu besseren Businesskontakten
Eine der lästigsten und zeitaufwendigsten Aufgaben im B2B-Vertrieb ist es, die Kontaktdaten von potenziellen Kunden zu finden. Auch eingekaufte Datensätze erfüllen längst nicht immer den gewünschten Zweck. Bei LeadScraper übernimmt eine künstliche Intelligenz die Rechercheaufgabe und verspricht eine besonders hohe Trefferquote. Hinter dem Startup steckt ein Gründer, der mit KI noch einiges vorhat.
Wenn ein ein erfolgreicher Gründer nach Jahren sein Startup verlässt, um einen neuen Weg einzuschlagen, kann das viele Gründe haben, private wie berufliche. Bei Janik Deimann, der zusammen mit Florian Schneider seit 2020 das Recruiting-Startup Leantree aufgebaut hat, waren zwei Aspekte entscheidend. Zum einen wurde ihm spätestens Mitte 2025 bewusst, dass er etwas Neues auf den Weg bringen wollte, in das er seine bisherigen Erfahrungen einbringen konnte. Zum anderen hatte er schon immer den Wunsch, so frei und unabhängig wie möglich zu arbeiten und nicht in irgendwelchen starren Organisationsstrukturen gefangen zu sein.

Neustart mit KI
Bis zu einem gewissen Grad war das auch schon bei Leantree der Fall, doch mit wachsendem Erfolg wuchs auch das Team und damit zumindest aus Janiks Sicht nicht unbedingt die Produktivität. Zudem war er zunehmend als Kommunikator gefordert, während er sich eher als IT-Nerd sieht, der Digitalprodukte entwickelt. Folgerichtig stieg er Ende 2025 aus, wobei das Verhältnis zu seinem Co-Founder Florian nach wie vor bestens ist und Leantree weiter floriert. Das belegen so namhafte Kunden wie Vodafone, Peek & Cloppenburg oder Fielmann, denen das Startup bei der Personalsuche geholfen hat.
Janiks Neustart erfolgte unter dem Dach der Deimann Com GmbH, einer Umfirmierung der Deimann Consulting UG, die bereits seit 2015 existiert. Das neue Unternehmen definiert sich als KI-Company-Builder. Nebenbei hat Janik schon mehrfach kleinere Prokekte umgesetzt, beispielsweise Angelguide.de, nicht zuletzt, weil er selbst Hobbyangler ist. Mit Deimann Com bringt diese Entwicklungstätigkeit nun auf eine neue Ebene, die vor allem durch eine Komponente möglich wird: künstliche Intelligenz.
LeadScraper soll ein weit verbreitetes Vertriebsproblem lösen
Janik ist ein echter Solopreneur. Wenn man ihn nach festen Mitarbeitern fragt, verweist er auf KI-Agenten, die für ihn Routineaufgaben übernehmen: E-Mail organisieren, Wettbewerbsanalysen und Reports erstellen, für ihn relevante Nachrichten einsammeln und einiges mehr. Sogar sein Profilbild bei LinkedIn ist ein Digitalprodukt. Auch bei der Kundensuche hilft ihm künstliche Intelligenz, wobei er dort zu seinem eigenen Kunden wird. Das erste Startup aus seiner neuen Unternehmerphase ist nämlich LeadScraper. Hier erledigt eine KI die Zusammenstellung von B2B-Leads, also Kontaktdaten von Unternehmen und dort zuständigen Personen, die für mögliche Geschäftsbeziehungen relevant sind.
Nun ist Leadgenerierung kein neues Geschäftsmodell, zahlreiche Unternehmen bieten dafür Lösungen an. Dabei nutzen sie in der Regel Datenbanken, die gefüttert und gepflegt werden müssen. Das erfordert einen hohen Arbeitsaufwand und birgt die Gefahr von Unvollständigkeit und unzureichender Aktualität. LeadScraper geht einen anderen Weg und durchforstet mit KI in Echtzeit nach den gewünschten Daten. Diese befinden sich dann also auf dem neuesten Stand – oder zumindest dem Stand, der aktuell im Internet verfügbar ist. Das beschreibt auch einen weiteren Vorteil des Verfahrens. Es ist nämlich vollständig DSGVO-konform, weil es ausschließlich auf allgemein zugängliche Quellen zugreift. Alle Infos ließen sich also auch so einsammeln, allerdings mit einer Mischung aus Google und Glück und einem erheblichen Zeitaufwand.

Kunden helfen beim KI-Training
Bei LeadScraper genügen wenige Angaben, um eine Leadsuche anzustoßen. Branche, Region, Funktion der Ansprechpartner, dazu ein paar frei formulierbare Spezifizierungen – das war’s schon, den Rest erledigt die KI. Am Geschäftsmodell feilt Janik noch. Momentan besteht die Möglichkeit sogenannte Credits zu erwerben, wobei ein Credit für ein Lead-Unternehmen steht, unabhängig von der Zahl der dortigen Ansprechpersonen. Angedacht ist alternativ ein Abo-Modell. Erste Interessenten konnte LeadScraper bereits gewinnen, als die KI noch gar nicht betriebsbereit war. Mittlerweile hat das Startup rund 30 zahlende Kunden.
Die sorgen auch dafür, dass sich die Leistung der Software stetig verbessert. Ihr Feedback, ob ein Lead hilfreich war, fließt nämlich in das Training der KI ein. Ungeeignete Kontakte können reklamiert und müssen dann nicht bezahlt werden. Durch das permanente, Feedback-orientierte Training verspricht sich Janik einen Vorsprung gegenüber potenziellen Nachahmern und Mitbewerbern. Dass die kommen werden, ist nicht unwahrscheinlich. Heutzutage ist es auch Laien möglich, ohne große Programmierkenntnisse KI-Agenten einzurichten. Die Entwicklung in diesem Bereich schreitet rasant voran, sodass kein auf künstlicher Intelligenz basierendes Geschäftsmodell auf Dauer sicher ist.
LeadScraper ist erst der Anfang
Ohne festangestellte Mitarbeitende und die damit verbundenen Einschränkungen und Verpflichtungen ist Janik flexibel genug, um schnell auf Veränderungen zu reagieren und weitere Projekte anzuschieben. LeadScraper ist innerhalb weniger Wochen entstanden und immer noch im Aufbau, weshalb Arbeitszeiten von zwölf Stunden und mehr momentan die Regel sind. Auch wenn er selbst beziehungsweise seine KI-Agenten einen Großteil der Arbeit übernehmen, ist er dennoch kein reiner Einzelkämpfer. Für spezielle Aufgaben, etwa Programmieraufträge oder Social Media-Kampagnen, engagiert er Freiberufliche, die seine Mentalität teilen. Man darf gespannt sein, welche Startups diese Vorgehensweise noch hervorbringt.








